DARMPROBLEME BEI ALPAKAS - allespaka

Darmprobleme bei Alpakas

Erkennen und Behandeln

Darmprobleme bei Alpakas

Text & Foto Te Korito Alpacas
Übersetzung Karin Rossmann

Durchfall und Verstopfung bei Alpakas können lebensbedrohlich werden, doch die Ursachen sind vielfältig. Von Parasiten über bakterielle Infektionen bis hin zu Stress oder Fütterungsfehlern: Dieser Artikel zeigt dir, welche Symptome auf welches Problem hindeuten und wann schnelle tierärztliche Hilfe nötig ist.

Verstopfung (Stuhlverstopfung)
Angesichts ihrer ballaststoffreichen Ernährung mag es unlogisch erscheinen, dass Alpakas unter Verstopfung leiden können.

Die Ursache mag unklar sein, aber eine plötzliche Umstellung in der Fütterung, nicht genug Aufnahme von Wasser oder auch Stress können durchaus eine Verstopfung bei Alpakas verursachen. Zu den Symptomen gehören ein häufiges Wälzen auf dem Boden, vermehrte Lautäußerungen, das Liegen auf einer Seite und Tritte gegen den Bauch. All dies deutet auf Bauchschmerzen hin.

Tierärztliche Hilfe ist erforderlich, da die Behandlung Buscopan® (zur Entspannung der glatten Muskulatur), Flunixin (Banamin) zur Schmerzlinderung und Mineralöl, das entweder oral oder rektal verabreicht wird, umfassen kann. Wenn Sie das Alpaka an Halfter und Leine führen, wird die Wirkung des Öls unterstützt. Der Kot wird dann in der Regel nach einigen Stunden und in großen Massen ausgeschieden. Der normale Kotabsatz wird innerhalb von 24 Stunden wieder aufgenommen. (Hinweis: Flunixin wird unter verschiedenen Herstellernamen verkauft)

Durchfall
Die meisten Alpakahalter werden schon einmal ein Alpaka mit Durchfall gesehen haben. Leider gibt es viele Ursachen dafür. Etwas Detektivarbeit kann einige Möglichkeiten vor dem Eintreffen des Tierarztes ausschließen. Durchfall muss ernst genommen werden, da das Alpaka dabei erhebliche Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten verlieren kann.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Möglichkeiten:

Parasiten: Kokzidien, Giardien und Cryptosporidien sind je nach der jeweiligen Umgebung häufige Ursachen für Durchfall bei Alpakas. Diese können in kontaminiertem Futter oder Wasser vorhanden sein und die Darmschleimhaut des Alpakas schädigen.

Zu den Symptomen können lockerer oder wässriger Stuhl, Gewichtsverlust und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands gehören. Die Diagnose erfolgt in der Regel mit Hilfe von Kotuntersuchungen, die Behandlung erfolgt unter Umständen mit Antiparasitika.

Würmer: Alpakas können von Kameliden-spezifischen Wurmarten und auch von Schaf- und Rinderwürmern befallen sein….

Zuchtwertschätzung-allespaka

Zuchtwertschätzung

eine Option für Alpakas?

Zuchtwertschätzung

Text & Grafiken Dr. Birgit Fürst-Walt

Zuchtwerte sind bei Rindern, Schweinen und Schafen längst Standard – aber bei Alpakas? Eine erste genetische Analyse von 415 österreichischen Alpakas zeigt: Faserqualitätsmerkmale wie Faserdurchmesser, Komfortfaktor und Stapellänge sind vererbbar und könnten züchterisch gezielt verbessert werden.

Bei anderen Nutztierarten sind geschätzte Zuchtwerte seit langer Zeit ein fester Bestandteil der Zuchtpraxis. Mithilfe der Zuchtwerte können die Erbanlagen eingeschätzt werden, um die Auswahl der züchterisch besten Tiere zu erleichtern. Dabei kommt der Definition des Zuchtziels eine große Bedeutung zu, da es vorgibt, in welche Richtung sich die Population entwickeln soll. Langfristig können Zuchtziele nur dann zielführend sein, wenn alle relevanten Merkmale berücksichtigt werden, wie beispielsweise Leistungs-, Fitness- und Verhaltensmerkmale (siehe Abbildung 1). Abbildung 2 gibt einen vereinfachten schematischen Überblick über die Schritte im Zuchtgeschehen.

Mit der Definition des Zuchtziels ist es natürlich nicht getan – die Leistungsprüfung ist eine unabdingbare Voraussetzung für jede züchterische Tätigkeit. Im Hinblick auf eine sinnvolle Leistungsprüfung stellen eine umfassende und korrekte Datenerfassung, -aufbereitung und -verwaltung unbedingt notwendige Voraussetzungen für eine effiziente Zuchtwertschätzung dar. Die Daten aus der Leistungsprüfung sind schließlich die Grundlage für die Zuchtwertschätzung. Ziel der Zuchtwertschätzung ist die Erstellung einer Rangierung der Tiere einer Population gemäß ihrem züchterischen Wert. Erfolgt die Selektion der Elterntiere für die nächste Generation entsprechend der geschätzten Zuchtwerte, kann man einen entsprechenden Zuchtfortschritt erwarten, das heißt, dem Zuchtziel näherkommen.

Allgemeines
Unter dem Zuchtwert versteht man die im Durchschnitt bei den Nachkommen wirksamen Erbanlagen. Mit dem Zuchtwert eines Tieres soll also nicht die eigene Leistung beurteilt werden, sondern die Leistung seiner Nachkommen, wenn es an durchschnittliche Paarungspartner angepaart wird. Der Zuchtwert eines Tieres ist im Gegensatz zu seinem Genotyp keine fixe, sondern eine variable Größe und ändert sich mit der jeweiligen Population, zu der man das betreffende Tier in Beziehung setzt.

Prinzipien der Zuchtwertschätzung
Die grundsätzlichen Prinzipien der Zuchtwertschätzung beruhen auf folgenden Punkten:

  • Die Leistung bei den meisten Merkmalen wird sowohl durch die genetische Veranlagung als auch durch die Umwelt geprägt. Eine wesentliche Aufgabe der Zuchtwertschätzung ist daher die Trennung der genetischen von den umweltbedingten Einflüssen. Für die Zucht sind nur genetische Effekte interessant – je besser die Trennung von Genetik und Umwelt funktioniert, umso größer ist der mögliche Zuchtfortschritt! …
Suris 1- eine antike Spurensuche - allespaka

Suris – eine antike Spurensuche

Suris – eine antike Spurensuche

Text MA Martina Wiede

Die Geschichte der Neuweltkameliden reicht über 6000 Jahre zurück und mit ihr beginnt auch die Frage nach dem Ursprung der Suris. Waren die lockigen Alpakas und Lamas bereits den Inkas bekannt oder sind sie eine moderne Zuchterfindung?

Dieser Artikel nimmt dich mit auf eine Spurensuche durch die Anden-Hochkulturen und zeigt, warum die Herkunft der Suris bis heute ein Rätsel bleibt.

In einer Zeit, als in den Bergen noch Götter wohnten, wurden die ersten Guanako- und Vikunjaherden zusammengetrieben und es begann der weite Weg vom Wild- zum Haustier.

Vor 6.000-7.000 Jahren, so beschreiben es archäologische Knochenfunde, war es dann soweit: Die Indios im Hochland der Anden hatten die ersten Alpakas und Lamas gezüchtet.

Wie die Tiere genau aussahen ist unbekannt. Vielleicht entstand ja schon bei diesen ersten Zuchtversuchen ein Suri, wahrscheinlich ist es jedoch nicht und beweisen lässt es sich anhand der archäologischen Funde erst recht nicht, denn über blanke Knochen lässt sich die Erscheinungsform der damaligen Tiere nicht rekonstruieren. Es dauerte noch einmal 3.000-4.000 Jahre bis man aufgrund von Textilfunden von einer gezielten Farb- und Faserzucht sprechen kann. Auch wenn es schwer ist, bei den Textilien zu unterscheiden, ob es sich um grobe Alpakafasern oder feinstes Lamahaar handelt, oder ob die feinsten Alpakatextilien vielleicht aus grobem Vikunjahaar gefertigt wurden, so soll es doch Surifasern in Textilien aus vorkolonialer Zeit geben.

Aus den Aufzeichnungen spanischer Chronisten weiß man, dass unter dem Regime der Inkas (13. bis 16. Jahrhundert) streng reglementierte Strategien für eine gezielte Kamelidenzucht herrschten. Dieses riesige Reich brauchte kräftige, starke Packtiere für den Warenaustausch, für den Erzabbau, es benötigte Lasttiere für seine Armeen, und die Inkas mussten innerhalb ihres Reiches die Menschen kleiden, also züchteten sie Tiere mit besonderen Faserqualitäten für die staatliche Textilproduktion…

Vorbereitung auf die Geburtssaison_Allespaka

Vorbereitung auf die Geburtssaison

geburt bei neuweltkameliden

Vorbereitung auf die Geburtssaison

Text & Fotos  Ilona Kindler

Die Geburtssaison bei Alpakas und Lamas ist aufregend, aber auch kritisch. Die ersten 6 Stunden nach der Geburt entscheiden über Leben und Tod des Fohlens, denn ohne ausreichend Kolostrum hat ein Neugeborenes kaum Überlebenschancen.

In diesem Artikel erfährst du, wie du dich optimal vorbereitest, warum Kolostrum so entscheidend ist, was in deinen Geburtskoffer gehört und wie du trächtige Stuten in den letzten Monaten richtig versorgst.

Das Frühjahr steht vor der Tür und damit beginnt für die meisten Alpaka- und Lamazüchter bald die Geburtssaison. Neuweltkameliden unterscheiden sich bei Geburt und Versorgung von Jungtieren wesentlich von anderen Tierarten. Jetzt ist die Zeit, sich gut darauf vorzubereiten.

Die Trächtigkeitsdauer bei Neuweltkameliden variiert im Durchschnitt von 335 bis 360 Tagen. Es gibt auch vereinzelt Fälle, in denen es zu Frühgeburten kommt oder die Trächtigkeit länger als ein Jahr dauert. Deshalb ist es sehr wichtig, den Deckverlauf schriftlich festzuhalten.

Die ungeborenen Fohlen wachsen in den letzten drei Monaten der Trächtigkeit am schnellsten. Durch regelmäßiges Wiegen kann eine Trächtigkeit sicher festgestellt werden. Die Stuten brauchen in dieser Zeit besondere Beachtung. Man kann körperliche Veränderungen feststellen, eine Vergrößerung des Bauches aufgrund des wachsenden Fohlens im Mutterleib bemerken – möglicherweise kann man Bewegungen durch die Bauchdecke und gelegentlich unter dem Schwanz sehen.

Praktisch ist es, wenn man die trächtigen Stuten vom Rest der Herde in ein Geburtspaddock separiert. Das ist natürlich nur bei großen Gruppen sinnvoll. Trächtige Stuten müssen mit einem eiweißreicheren Futter versorgt werden. Gut geeignet sind Heu vom 2. Schnitt und Luzerne. Die Stuten sollten mit einem Bodyscore 4 in die Geburtssaison gehen. Jetzt sollten auch Kotproben entnommen und notwendige Behandlungen mit dem Tierarzt durchgeführt werden. Auch eine Impfung gegen Clostridien, zwei Monate vor der Geburt, schützt die ungeborenen Fohlen vor Infektionen, die meist tödlich enden. 

Eine gesunde und gut versorgte Stute wird auch ein gesundes Fohlen bekommen. Oft werde ich gefragt, ob man trächtige Stuten scheren darf. Scheren bedeutet natürlich Stress. Aber durch ein gutes Management beim Scheren ist es nur ein kurzer Stress von 15-20 Minuten. Hitze bedeutet für eine trächtige Stute im vollen Vlies Dauerstress. Deshalb lautet meine Antwort: …

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Blutwerte richtig deuten

Labordiagnostik für Alpakas

Blutwerte richtig deuten

TEXT Dr. Anna-Linda Golob
FOTO KI generiert

Alpakas lassen es sich kaum anmerken, wenn es ihnen nicht gut geht. Als Fluchttiere maskieren sie Schwäche und Unwohlsein so lange wie möglich. Wenn es dann soweit ist, dass sie uns krank erscheinen, zeigen sie häufig unspezifische Symptome wie vermehrtes Liegen, verminderte Futteraufnahme, Teilnahmslosigkeit und Absonderung. Aus diesen Gründen kommt labordiagnostischen Blutuntersuchungen sowohl in der Prophylaxe als auch im Krankheitsfall besondere Bedeutung zu.

Eine Blutuntersuchung beinhaltet die hämatologische Untersuchung und die klinisch-chemische Blutanalyse. Viele Routineuntersuchungen können inzwischen mit Hilfe von in-house-Geräten in der Tierarztpraxis durchgeführt werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Geräte evtl. die Blutzellen von Neuweltkamelen nicht zuverlässig erkennen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Analysen im Veterinärlabor durchführen zu lassen.


Bei der hämatologischen Untersuchung wird das sog. rote Blutbild (Erythrozytenzahl, Hämatokrit, Hämoglobin) sowie die Leukozytenzahl und die Thrombozytenzahl gemessen. Für ein „großes Blutbild“ erfolgt darüber hinaus eine Differenzierung der Leukozyten, der sog. weißen Blutzellen, die bei Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle spielen. Für die Erstellung eines Blutbildes ist es wichtig, dass das Blut in ein Probenröhrchen mit Gerinnungshemmern entnommen wird, z.B. EDTA oder Heparin.


Ein zeitnah angefertigter Blutausstrich kann hilfreich sein, wenn ein Blutbild maschinell aufgrund von Zelldegeneration nicht mehr ausgewertet werden kann. Bei anämischen Tieren kann ein Blutausstrich darüber hinaus wichtige Informationen über die Ursache der Blutarmut liefern.


Im Rahmen der klinisch-chemischen Blutuntersuchung werden Stoffwechselprodukte, Enzymaktivitäten und Mineralstoffe analysiert. Damit diese Stoffe möglichst unverändert bleiben, sollten auch für diese Untersuchungen geeignete Probenröhrchen verwendet werden, z.B. Serumröhrchen. Durch Zentrifugation werden die zellulären Bestandteile des Blutes vom Überstand separiert und nur der Überstand wird untersucht. Diese Trennung von Serum und Blutkuchen ist wichtig, um Veränderungen der Inhaltsstoffe des Serums durch weiteren Stoffwechsel der Zellen zu vermeiden. Zudem minimiert sie das Risiko der Hämolyse, der Zerstörung der Erythrozyten, welche sowohl die Mineralstoff-Konzentrationen im Serum verfälschen kann als auch die photometrischen Messungen anderer Parameter.


Für die Stoffwechseldiagnostik werden im Serum Substrate gemessen, die End- oder Zwischenprodukte im Stoffwechsel darstellen. So kann überprüft werden, ob der Organismus ausreichend mit Nährstoffen und Energie versorgt wird. Bei der Enzymdiagnostik werden …

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Gewichtsverlust bei Alpakas

Systematische Ursachensuche

Gewichtsverlust bei Alpakas

TEXT Claire E. Whitehead
Foto My Alpakas

Gewichtsverlust bei Alpakas erfordert eine systematische Herangehensweise: Zahnkontrolle, Kotuntersuchung auf Parasiten und Futterqualitätsprüfung sind die ersten Schritte. Bei komplexeren Fällen helfen Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren bei der Diagnose.

Gewichtsverlust ist ein häufiges und besorgniserregendes Thema bei Alpakas, mit einer Vielzahl möglicher Ursachen. Um es effektiv anzugehen, muss das zugrunde liegende Problem identifiziert werden, da die Auslöser von schlechter Ernährung bis hin zu chronischen Krankheiten reichen können. Während die Diagnose des genauen Problems oft tierärztliches Fachwissen erfordert, gibt es Dinge, die Sie als Halter unternehmen können, um den ersten Schritt zu machen und wertvolle Informationen zu sammeln. Zögern Sie jedoch nicht, Hilfe anzufordern, wenn der Gewichtsverlust dramatischer oder besorgniserregender ist oder das betroffene Alpaka nicht frisst!

Beginnen Sie mit den Grundlagen

Einige der häufigsten Ursachen für Gewichtsverlust sind einfach zu überprüfen. Beginnen Sie mit der Beurteilung des Körperzustands des Tieres (Abbildung 1) und führen Sie eine gründliche visuelle und körperliche Beurteilung durch:

Untersuchung der Zähne

Überprüfen Sie, ob die Schneidezähne zu lang sind oder ob die Backenzähne scharfe Spitzen haben, die Schmerzen verursachen könnten. Greifen Sie dabei nicht den Fingern in das Maul Ihres Alpakas, denn es hat sehr scharfe Zähne! Mein Vorschlag: Tasten Sie lieber an der Außenseite am Kiefer entlang ob sich etwas “komisch” anfühlt. Mit zunehmendem Alter der Tiere können sich die Backenzähne manchmal lockern und nach außen zeigen. Möglicherweise können Sie auch Lücken erkennen, wo Zähne fehlen können.

Tasten Sie entlang der Kieferlinie nach Schwellungen, die auf einen Zahnwurzelabszess hinweisen können (Abbildung 2). Wenn Sie dies feststellen, rufen Sie Ihren Tierarzt an, und besprechen Sie gemeinsam mit ihm den Schweregrad und die Behandlungsmöglichkeiten. Röntgenaufnahmen eignen sich am besten für die Entscheidung, ob eine medizinische oder chirurgische Behandlung am besten geeignet ist.

Ausschluss von Parasiten 

Sammeln Sie eine frische Kotprobe, um sie auf Würmer, Kokzidien (insbesondere Eimeria macusaniensis) und Egel untersuchen zu lassen, wenn diese in Ihrer Region ein Problem darstellen. 

Es ist in den meisten Fällen empfehlenswert, Kotproben von einigen anderen Tieren zusammen mit der Probe von dem betreffenden Tier einzuschicken, da manchmal präpatente Bürden einige Tiere belasten können, während andere Tiere hohe Bürden haben, aber noch keine klinischen …

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Kommunikation bei Alpakas und Lamas

Körpersprache, Mimik und Lautäußerungen verstehen

Kommunikation bei Alpakas und Lamas

TEXT Dr. med. vet. Ilona Gunsser
Foto Lippeauen Alpakas

Als Herdentiere kommunizieren Alpakas und Lamas über komplexe Körpersprache, Mimik und verschiedene Lautäußerungen. Von Humming über Stressanzeichen bis hin zum charakteristischen Alarmschrei – wer die Signale richtig deutet, kann besser auf die Bedürfnisse seiner Tiere eingehen.

Alpakas und Lamas sind Herdentiere. Um das Gruppenleben zu organisieren, ist eine Verständigung innerhalb der Gruppe wichtig. Wie bei anderen Tierarten und den Menschen findet diese Verständigung mittels der Körpersprache, in Form von Körperhaltung und Mimik, und der Lautsprache statt. Das Prinzip ist bei allen Gruppenmitgliedern dasselbe. Die individuelle Umsetzung bei einzelnen Individuen kann sich allerdings unterscheiden und ist auch von der uneingeschränkten Funktionsmöglichkeit des Sehsinnes, Hörsinnes und Riechsinnes abhängig.
Kommunikation durch Körpersprache

Zur Körpersprache gehören die Stellung der Ohren, des Schwanzes sowie die Körperspannung (vor allem im Hals- und Rückenbereich) und die Blickrichtung. Die Körpersprache muss immer als Gesamtes betrachtet werden. So ist zum Beispiel die Ohrenstellung allein nicht aussagekräftig, die häufige Bewegung der Ohren dient auch dem verbesserten Empfang der Umgebungsgeräusche.

Die Abbildungen 1-3 zeigen die typischen körperlichen Anzeichen bei Entspannung, beginnender Aggression, Drohhaltung, Spucken und Unterkieferhaltung nach aggressivem Spucken. Die Beurteilung der Körpersprache im Bereich des Schwanzes ist bei ungeschorenen Alpakas schwierig, da er von den langen Fasern verdeckt sein kann.

Beim aggressivem Spucken wird Mageninhalt, der normalerweise regurgitiert und dann wiedergekäut wird, mittels der Zunge mit Druck in Richtung des Bedrohten ausgespuckt. Nach starken Spuckattacken entsteht druckbedingt eine neurologische Irritation im hinteren Rachen, die vorübergehend das Abschlucken von Futter nicht möglich macht. Der Spucker lässt den Unterkiefer hängen, kann aber trotzdem zubeißen, falls nötig.

Kameliden spucken gezielt mit Mageninhalt, um sich zu verteidigen. Es entspricht dem beim Menschen ausgeführten Anspucken einer anderen Person mit Speichel. Diese Technik ist nicht vergleichbar mit dem bei einigen Tieren und beim Mensch auftretenden Erbrechen bei einer Erkrankung.

Die Abbildung 4 zeigt ein Alpaka, das sich unterordnet. Dies findet man eher bei jungen Tieren. Bei der Unterordnung versucht das Tier, sich durch Senken des Halses klein zu machen. Zusätzlich wird dabei der Schwanz auf den Rücken geklappt. Ein auf den Rücken Legen des Schwanzes ohne Absenkung des Halses ist ein Zeichen …

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Tourismus und Alpakas

Ein grauer Tag

Tourismus und Alpakas

TEXT & Fotos Christiaan Van der Ham

Ein Besuch auf einer friesischen Alpakafarm zeigt, wie sich der Tourismus wandelt: Weg von der Hektik der Großstädte, hin zu entschleunigten Naturerlebnissen. Niederländische Alpakahöfe profitieren von diesem Trend und bieten Besuchern authentische Begegnungen mit den Tieren.

Der Himmel ist grau und es ist ziemlich windig. Das Auto folgt der kurvenreichen Straße durch kleine Dörfer in Friesland, einer der nördlichen Provinzen der Niederlande. Trotz des eher mittelmäßigen Wetters sehen einige Dörfer aufgrund ihrer Architektur, charakteristischen Elemente, der entzückenden Geschäfte und Restaurants einladend aus. Einige sind auch Teil der berühmten „Elfstedentocht“, einer 222 Kilometer langen Strecke, die normalerweise von Eisläufern genutzt wird. Leider ist dies in letzter Zeit aufgrund des Klimawandels nicht mehr vorgekommen.

Statt Schlittschuh zu laufen, besucht der Autor eine Alpakafarm im Südwesten der Provinz. Mit von der Partie sind einige Freunde und deren Kinder. Alle sind gespannt darauf, die Tiere zu sehen und mehr über sie zu erfahren. (Der Autor lebt selbst in dieser Provinz.)

Diese Gruppe steht für viele niederländische Besucher: junge Erwachsene und ihre Kinder. Sie möchten sich weiterbilden und neue Erfahrungen in und mit der Natur machen. Maßgeblich dabei ist, dass sie der Natur nicht schaden (abgesehen von der Nutzung eines Autos), sondern sie lernen stattdessen etwas über sie. Die Sorge um die Natur sowie Nachhaltigkeit sind für sie von entscheidender Bedeutung.

Erreichbarkeit

In den zurückliegenden Jahren hätte man sich auf Karten und Schilder neben der Straße verlassen. Heutzutage genügen ein Smartphone und GPS. Es ist wichtig, dies zu verstehen. Die meisten Bauernhöfe liegen relativ abgelegen auf dem Land. Daher sind sie für Gäste, die die Website der Höfe besuchen, nicht ohne weiteres sichtbar. Aber auch „Laufkundschaft“, also spontane Besucher kennen den Standort vielleicht nicht.

Das GPS dagegen bringt uns problemlos zum Hof. Wir nutzen den Parkplatz, finden ohne Probleme in die Scheune und sehen sofort einige Alpakas. Wir gehen jedoch zum Empfangsbereich und machen uns bemerkbar. 

Bald begrüßt uns eine Frau vom Hof und bringt uns zu den Alpakahengsten. Sie erklärt uns, wie man sich richtig verhält und wie man ein Alpaka füttert. Danach darf die Gruppe die Alpakas begrüßen. Egal wie alt sie sind, alle Besucher sind begeistert von dieser Veranstaltung.

Jung und Alt, aus der Stadt oder vom Land, es spielt keine Rolle. Die Aufregung ist mit den Händen zu greifen. Und man darf auch Fotos und Videos machen. Das Ergebnis ist eine ganze Reihe von Aufnahmen, die später gezeigt und mit anderen geteilt werden.

 

Nach dem Besuch der Alpakahengste begrüßen wir die Alpakastuten und -fohlen. Es folgt eine weitere Runde der …

 

Alpaka Physiotherapie Osteopathie allespaka

Physiotherapie, Osteopathie & Co.

Möglichkeiten & Grenzen

Physiotherapie, Osteopathie & Co.

TEXT & Fotos Laura Flessa

In diesem Artikel werden zunächst die unterschiedlichen Therapieformen vorgestellt und anschließend auf spezifische Krankheitsbilder eingegangen, bei denen eine therapeutische Behandlung bei Alpakas sinnvoll sein kann.

Die Bandbreite therapeutischer Möglichkeiten ist beeindruckend und hat sich über die Jahre in der Humanmedizin sowohl in der Behandlung von Kleintieren und Pferden bewährt. Mit der steigenden Anzahl von Alpakas in Deutschland stellt sich jedoch die Frage: Lassen sich diese etablierten Therapieformen auch auf Alpakas anwenden, und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Therapiemethoden und ihre Wirkweise

Osteopathie als ganzheitliche Therapieform umfasst Techniken, die auf Muskeln, Gelenke, Bänder und Faszien, aber auch auf Organe sowie das Lymph- und Nervensystem wirken. Ziel ist es, Blockaden aufzuspüren und zu lösen, um den Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Beispielsweise zielt die Faszientherapie darauf ab, Verklebungen in den Faszien zu lösen. Diese Bindegewebsschichten umhüllen Muskeln, Nerven und Organe und verbinden diese wie ein Netz. Verklebte Faszien können zu Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit führen. Eine weitere osteopathische Technik ist die Manipulationstherapie, bei der Bewegungsstörungen in Gelenken durch gezielte Impulse gelöst werden.

Diese spezielle Technik zum Lösen von Blockierungen kommt auch in der Chiropraktik zum Einsatz, welche als Therapiemethode zur Behandlung von schmerzhaften Funktionsstörungen der Gelenke der Wirbelsäule und der Extremitäten bezeichnet wird (vgl. De Gruyter, 2024, S. 369).

Die Physiotherapie zielt hingegen auf die volle und funktionelle Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit ab (vgl. Amshoff, 2020, S. 658), nicht nur auf das Lösen von Blockaden.

Hierfür macht sich die Physiotherapie aktive sowie passive Techniken zu Nutze …

alpaca fiesta 2024 peru allespaka

Alpaca Fiesta 2024 in Peru

Erfahrungsbericht

Alpaca Fiesta 2024 in Peru

Text & Fotos Robin Näsemann

Der internationale Alpaka-Richter Robin Näsemann berichtet über seinen Einsatz als Alpaka-Richter auf der Alpaca Fiesta (21.–26. Oktober 2024) in Arequipa/Peru – eine der international wichtigsten Shows der Welt. Ein Bericht aus erster Hand über die persönlichen Erfahrungen, Eindrücke und Wahrnehmungen des international tätigen und AOA zertifizierten Alpaka-Richters.

Alpaca Fiesta: das Who‘s Who der Alpaka-Welt zu Gast im Alpaka-Ursprungsland Peru

Die von der AIA (International Alpaca Association) organisierte Alpaca Fiesta in Arequipa/Peru genießt den Ruf des wichtigsten Alpaka-Events der Welt. Die sechstägige Veranstaltung zielte auch letztes Jahr darauf ab, Züchter weltweit, verarbeitende Industrieunternehmen und Institutionen, die an der Wertschöpfungskette Alpaka beteiligt sind, in einem festlichen und wettbewerbsintensiven Ambiente zusammenzubringen und die Alpakafaser auf dem globalen Textilmarkt zu fördern.

Alpaca Fiesta ist zugleich auch eine Ordermesse, welche neben Alpaka-Produkten auch mit Produktangeboten wie Pima Cotton – also Baumwolle aus Peru – oder Vikunjavlies aus Peru Einkäufer aus der ganzen Welt lockt.

Alpaca Fiesta ist auch im Hinblick auf die Rahmenveranstaltungen ein Event der Extraklasse: zahlreiche Vorträge, Panel-Diskussionen und Gala-Dinner laden internationale Züchter sowie Industrievertreter und Produzenten zum gemeinsamen Austausch ein.

Das Programm: 6 Tage „Alles Alpaka“ – die internationale Alpaka-Welt feiert das Alpaka

Den Auftakt zu einer spektakulären Eventwoche machten am Montag die Besichtigung von Fabriken und geführte Besuche in den wichtigsten Industrieanlagen von Arequipa, in denen Alpakafasern verarbeitet werden. Als Besucher konnten wir dort alle Schritte des Textilprozesses wie Sortieren, Waschen, Kardieren, Kämmen, Spinnen, Färben, Weben oder Stricken, Konfektionieren und Veredeln von Kleidungsstücken aus nächster Nähe beobachten. Unter den Besichtigungszielen war die größte Alpaka-Spinnerei der Welt.

Vicuña Chaccu – traditionelle Gewinnung des „Vlieses der Götter“

Am Dienstag gab es ein besonderes Highlight der Alpaca Fiesta: die sogenannte Vicuña Chaccu – das traditionelle Eintreiben und Scheren der Vikunjas. Chaccu (ein Quechua-Wort für Vikunja-Fang) ist ein aus dem Inka-Reich überliefertes traditionelles Ritual, bei der lebende Vikunjas zur Gewinnung ihrer feinen Fasern eingefangen werden; anschließend werden …