Candidatus Mycoplasma haemolamae alpaka

Candidatus Mycoplasma Haemolamae

Candidatus Mycoplasma Haemolamae

Text & Bilder Dr. Sarah Grund

Mycoplasmen sind in vielen Alpaka- und Lamabeständen nachweisbar, doch längst nicht jedes infizierte Tier erkrankt auch. Umso wichtiger ist es, die Zusammenhänge zu kennen und klinische Veränderungen richtig einzuordnen. Wann eine Infektion tatsächlich relevant wird und worauf Halter achten sollten, erklärt dieser Beitrag.

Candidatus Mycoplasma haemolamae (nachfolgend als Mycoplasma bezeichnet) ist ein Bakterium, dass den roten Blutzellen (Erythrozyten) bei Neuweltkamelen aufsitzt und diese in ihrer normalen Funktion beeinträchtigt. Daher werden Mycoplasmen oft auch als Blutparasiten bezeichnet. Die Beeinträchtigung infizierter Tiere und die Ausprägung von Symptomen aufgrund einer Infektion ist jedoch sehr unterschiedlich. Nicht jedes infizierte Alpaka oder Lama ist krank! Viele Tiere sind symptomlose Träger.

Symptome

Viele Tiere zeigen keine klinischen Symptome, obwohl sie mit Mycoplasmen infiziert sind. Eine chronische Infektion kann jedoch auch zu schleichender Abmagerung, geringerer Leistungsfähigkeit und einem reduzierten Allgemeinverhalten führen. Bricht die Erkrankung aufgrund auslösender Faktoren akut aus, werden die befallenen Erythrozyten abgebaut, was wiederum zu einer Anämie (Mangel an Erythrozyten) führt. Das Immunsystem kann im Akutfall die massenhafte Vermehrung der Mycoplasmen nicht eindämmen, die Schleimhäute sind blass, die Tiere sind schwach und kommen teilweise zum Festliegen.

Auslöser für den akuten Ausbruch können Stress (Verkauf, Transport, Ausstellungen, Geburt), Parasitosen und andere Erkrankungen sein.

Verbreitung

Studien aus Österreich und der Schweiz zeigten in flächendeckenden Screenings, dass 18 bis 25% aller Neuweltkamele positiv auf Mycoplasmen getestet werden können, wovon nur ein Bruchteil Symptome zeigt. Es ist davon auszugehen, dass nahezu jeder Bestand infizierte Tiere aufweist. Eine Untersuchung in Tennessee (USA) wies bei über einem Drittel aller klinisch gesunden Tiere Mycoplasmen nach.

Übertragung

Zucht und Genetik bei Alpakas

Zucht und Genetik

Probleme & Lösungsmöglichkeiten

Zucht und Genetik

Text Dr. Ilona Gunsser
Foto Alpakafarm Hirtenaue

Gute Zucht beginnt lange vor der Anpaarung. Wer gesunde und leistungsfähige Tiere züchten möchte, kommt an einer sorgfältigen Beobachtung, fundiertem Wissen und einer ehrlichen Bewertung der eigenen Zuchttiere nicht vorbei. Dieser Beitrag zeigt, welche Rolle Genetik dabei spielen kann und worauf Züchter besonders achten sollten.

In der Alpaka- und Lama-Zucht ist die Genetik die wichtige Basis für die Gesundheit, das Wesen und das Erscheinungsbild der Nachkommen. Bei den meisten Haustierarten können heute DNA-Tests die Risiken eines möglichen Weitergebens von Erbkrankheiten reduzieren und die genetische Vielfalt erhalten. Da Alpakas außerhalb von Südamerika als „Nischentiere“ eingestuft werden, besteht leider weniger Interesse für die Entwicklung solcher Testmöglichkeiten. Aktuell gibt es Tests nur bei Alpakas für den Letalitätsfaktor, der durch das Kit-Gen bei Alpakas der Farbe „classic gray“ verursacht wird. Das bedeutet, die Auswahl von geeigneten Zuchttieren, die Kontrolle der Zuchtergebnisse und nötigenfalls der Zuchtausschluss von Tieren, die diverse gesundheitliche Probleme vererben können, obliegt allein den Züchtern.

Zu den Erschwernissen dieser Aufgaben gehört, dass Alpakas und Lamas schon mit ca. 1,5 – 2 Jahren zur Zucht eingesetzt werden, also noch im Milchzahnalter. Ausgewachsen sind diese Tiere allerdings erst mit ca. 5 Jahren. Etwaige problematische, angeborene Veränderungen sind in der jungen Altersklasse, in der sie zur Zucht eingesetzt werden, oft noch nicht vollständig ausgeprägt, oder wegen ihrer zu diesem Zeitpunkt noch geringen Größe nicht zu ertasten und deshalb auch leicht zu übersehen.

Oft fallen genetisch bedingte Fehlbildungen und Fehlstellungen dann erst bei älteren, ausgewachsenen Zuchttieren auf. Da diese jedoch schon einige Jahre zuvor in der Zucht eingesetzt wurden, sind solche genetisch vorhandenen Probleme gegebenenfalls schon auf ihre Nachkommen übertragen worden. Dies ist besonders kritisch bei Hengsten zu sehen, die wegen ihrer in jungem Alter sichtbaren Qualitäten auf Veranstaltungen erfolgreich sind und deshalb danach häufig in der Zucht eingesetzt werden.

Wie erkennt man Fehlstellungen und Missbildungen? Es empfiehlt sich, besonders die Zuchttiere häufig …

Giftpflanzen für Alpakas

Giftpflanzen – Risiken für Neuweltkameliden

Giftpflanzen – Risiken für Neuweltkameliden

Text Barbara Teichmann
Foto Stephanie Traub

Giftpflanzen werden häufig erst dann zum Thema, wenn bereits etwas passiert ist. Dabei lassen sich viele Risiken mit etwas Aufmerksamkeit und dem richtigen Wissen vermeiden. Welche Pflanzen für Neuweltkameliden problematisch sind und worauf Halter besonders achten sollten, zeigt dieser Überblick.

Das Frühjahr und der Sommer sind Zeiten in denen Pflanzen, Bäume und Sträucher besonders üppig wachsen. Jetzt ist Vorsicht geboten, denn viele Wild- und Kulturpflanzen enthalten toxische Substanzen, die bei deren Aufnahme zu Vergiftungen führen können. Für Halter von Neuweltkameliden ist es wichtig, die häufigsten Giftpflanzen zu kennen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Ein bewusster Umgang mit der Weidegestaltung und das Wissen um typische Giftpflanzen sind entscheidend, um die Gesundheit der Tiere zu schützen und Vergiftungen vorzubeugen.

Typische Giftpflanzen in der Weidezeit…

Warum sind Neuweltkameliden betroffen?
Neuweltkameliden sind Pflanzenfresser mit einem empfindlichen Verdauungssystem. Neugierde oder Futtermangel können dazu führen, dass sie giftige Pflanzen oder giftige Bestandteile von Bäumen und Sträuchern aufnehmen. Gerade junge oder frisch gefällte Äste können attraktiv wirken.

Die Symptome einer Vergiftung variieren je nach Pflanze und Menge, reichen aber von Magen-Darm-Beschwerden über Koordinationsstörungen bis hin zu schweren Organversagen.

Prävention und Schutzmaßnahmen…

Training und Absetzen von Alpaka-Fohlen

Training und Absetzen von Alpakafohlen

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Training und Absetzen von Alpakafohlen

Interview mit Verena Spindler
Foto Verena Spindler

An dieser Stelle freut sich die Redaktion der AllesPaka, wieder einen interessanten und kompetenten Interviewpartner gewonnen zu haben. Der Alpakazuchthof Oberberg ist seit vielen Jahren bzw. Jahrzehnten bereits eine etablierte Größe in der Alpakazucht und gehört zu den 5 größten Zuchtbetrieben in Deutschland. Da wir uns auch schon viele Jahre persönlich kennen, sind wir per Du.

Möchtet Ihr Euch kurz vorstellen?

Seit wie vielen Jahren züchtet Ihr schon Alpakas und wie groß ist Eure Herde? Wir sind die Familien Spindler und Budde und züchten seit 2003 Alpakas, also seit 23 Jahren und unsere Herde umfasst über 200 Tiere.

Wow, das ist schon eine Menge! Da sind auch schon einige Fohlen bei Euch geboren und ausgebildet worden?

Ja, das stimmt. Es sind in der Zeit schon einige hundert Fohlen bei uns zur Welt gekommen.

Werden denn alle Jungtiere bei Euch ausgebildet oder nur die, die auch zur Show gehen?

Nein, es werden alle Tiere ausgebildet. Das ist bei uns schon von Haus aus nicht anders machbar, da wir nicht alle Flächen arrondiert haben und so die Tiere auf die eine oder andere Weide geführt werden müssen. Aber ich finde es auch sehr wichtig, dass Alpakas den Umgang mit dem Menschen gewohnt sind, sowohl bei uns als auch wenn wir sie verkaufen. Ein untrainiertes Tier macht keinen Spaß!

Wann beginnt Ihr mit dem Halftertraining und wie läuft es so ab?

Wir beginnen in der Zeit kurz vor dem Absetzen damit. Dabei nehmen wir die Fohlen am langen Strick mit ihren Müttern auf kleine Runden um den Hof mit. Die Kleinen laufen mit der Mama mit und für die meisten ist das wenig aufregend und wird sehr schnell zur Selbstverständlichkeit. Danach lassen wir nach und nach die Mütter zu Hause. Wenn die Kleinen gut Halfter und Strick akzeptiert haben, steigern wir das Ganze, indem sie andere Wege gehen, zwischendurch mal stehen bleiben müssen und im Weiteren üben wir dann auch schwierigere Strecken, wie z.B. über Plane laufen.

Ok, dann stellt sich natürlich die Frage: Wann setzt Ihr ab?

Wir setzen zwischen dem 6. und 8. Monat ab. Das hat sich sehr gut bewährt.

Manche Empfehlungen sehen vor, Neuweltkameliden frühestens mit neun Monaten abzusetzen und Handling bzw. Training erst ab einem Alter von 10 bis 12 Monaten zu beginnen, um einer Fehlprägung vorzubeugen. Wie seht Ihr das?

Gen- fokussierte Fasermessung-allespaka

Gen-fokussierte Fasermessung

Präzisere Zuchtwerte

Gen-fokussierte Fasermessung

Text & Grafiken Paul Vallely
Übersetzung Karin Rossmann

Die Standardabweichung (SD) des Faserdurchmessers ist genauso wichtig wie der Mikronwert selbst – wird aber oft übersehen. Neue Messtechnologie ermöglicht es jetzt, die genetisch bedingte Abweichung zwischen einzelnen Fasern isoliert zu erfassen.

Die meisten Züchter von faserproduzierenden Tieren wissen um den Einfluss, den der Faserdurchmesser auf das aus ihren Vliesen hergestellte Endprodukt hat. 

Während der Faserdurchmesser als der Aspekt mit dem größten Effekt für die Weichheit des Endprodukts angesehen wird, spielt die Weichheit des Produktes wiederum eine große Rolle bei dem erzielbaren Preis und der Nachfrage. 

Wenn wir jedoch vom Faserdurchmesser sprechen, sprechen wir allzu oft vom durchschnittlichen Durchmesser. So konzentrieren wir uns zum Beispiel auf den durchschnittlichen Mikronwert, der an der Seite des Tieres bestimmt wird, wenn wir die Vliese von Zuchttieren beschreiben. Der mittlere Durchmesser ist aber nur eine Hälfte der Gleichung. Die andere Hälfte ist der Bereich beim Durchmesser, d. h. wie groß der Unterschied zwischen den feinsten und den gröbsten Fasern ist. 

Um den Punkt zu verdeutlichen, stellen wir uns zwei Vliese vor, bei denen die Messung an der Mitte der Tiere jeweils einen durchschnittlichen Durchmesser von 20 Mikrometern ergibt. Ein Vlies kann Fasern von 15 bis 30 Mikron haben, während das andere Fasern von 10 bis zu 40 Mikrometern haben kann. Hier zeigt sich, dass das erste Vlies für Bekleidung geeignet ist, die “direkt auf der Haut getragen wird”, während die 40-Mikron-Fasern im zweiten Vlies dieses nur für Oberbekleidung wie z.B. Pullover geeignet machen. Daher haben wir zwei Vliese mit dem gleichen durchschnittlichen Durchmesser, die jedoch aufgrund des Unterschieds im Durchmesserbereich für zwei verschiedene Märkte geeignet sind. 

Der Bereich des Durchmessers wirkt sich nicht nur auf die Eigenschaften bei der Verarbeitung/dem Verspinnen und das Endprodukt aus, sondern hat auch Auswirkungen auf die Zuchtergebnisse, denn je höher die Abweichung des Faserdurchmessers eines Zuchttieres ist, desto geringer ist die Vorhersagbarkeit der Vliesqualität seiner Nachkommen. 

Wenn wir ein Vlies oder ein Tier in Bezug auf seinen durchschnittlichen Durchmesser beschreiben, bezeichnen wir dieses Maß als dessen „Mikronwert“, obwohl dies technisch gesehen kein wirklich passender Begriff ist, aber ich schwimme hier gerne „mit dem Strom“….


Zuchtwertschätzung-allespaka

Zuchtwertschätzung

eine Option für Alpakas?

Zuchtwertschätzung

Text & Grafiken Dr. Birgit Fürst-Walt

Zuchtwerte sind bei Rindern, Schweinen und Schafen längst Standard – aber bei Alpakas? Eine erste genetische Analyse von 415 österreichischen Alpakas zeigt: Faserqualitätsmerkmale wie Faserdurchmesser, Komfortfaktor und Stapellänge sind vererbbar und könnten züchterisch gezielt verbessert werden.

Bei anderen Nutztierarten sind geschätzte Zuchtwerte seit langer Zeit ein fester Bestandteil der Zuchtpraxis. Mithilfe der Zuchtwerte können die Erbanlagen eingeschätzt werden, um die Auswahl der züchterisch besten Tiere zu erleichtern. Dabei kommt der Definition des Zuchtziels eine große Bedeutung zu, da es vorgibt, in welche Richtung sich die Population entwickeln soll. Langfristig können Zuchtziele nur dann zielführend sein, wenn alle relevanten Merkmale berücksichtigt werden, wie beispielsweise Leistungs-, Fitness- und Verhaltensmerkmale (siehe Abbildung 1). Abbildung 2 gibt einen vereinfachten schematischen Überblick über die Schritte im Zuchtgeschehen.

Mit der Definition des Zuchtziels ist es natürlich nicht getan – die Leistungsprüfung ist eine unabdingbare Voraussetzung für jede züchterische Tätigkeit. Im Hinblick auf eine sinnvolle Leistungsprüfung stellen eine umfassende und korrekte Datenerfassung, -aufbereitung und -verwaltung unbedingt notwendige Voraussetzungen für eine effiziente Zuchtwertschätzung dar. Die Daten aus der Leistungsprüfung sind schließlich die Grundlage für die Zuchtwertschätzung. Ziel der Zuchtwertschätzung ist die Erstellung einer Rangierung der Tiere einer Population gemäß ihrem züchterischen Wert. Erfolgt die Selektion der Elterntiere für die nächste Generation entsprechend der geschätzten Zuchtwerte, kann man einen entsprechenden Zuchtfortschritt erwarten, das heißt, dem Zuchtziel näherkommen.

Allgemeines
Unter dem Zuchtwert versteht man die im Durchschnitt bei den Nachkommen wirksamen Erbanlagen. Mit dem Zuchtwert eines Tieres soll also nicht die eigene Leistung beurteilt werden, sondern die Leistung seiner Nachkommen, wenn es an durchschnittliche Paarungspartner angepaart wird. Der Zuchtwert eines Tieres ist im Gegensatz zu seinem Genotyp keine fixe, sondern eine variable Größe und ändert sich mit der jeweiligen Population, zu der man das betreffende Tier in Beziehung setzt.

Prinzipien der Zuchtwertschätzung
Die grundsätzlichen Prinzipien der Zuchtwertschätzung beruhen auf folgenden Punkten:

  • Die Leistung bei den meisten Merkmalen wird sowohl durch die genetische Veranlagung als auch durch die Umwelt geprägt. Eine wesentliche Aufgabe der Zuchtwertschätzung ist daher die Trennung der genetischen von den umweltbedingten Einflüssen. Für die Zucht sind nur genetische Effekte interessant – je besser die Trennung von Genetik und Umwelt funktioniert, umso größer ist der mögliche Zuchtfortschritt! …
Suris 1- eine antike Spurensuche - allespaka

Suris – eine antike Spurensuche

Suris – eine antike Spurensuche

Text MA Martina Wiede

Die Geschichte der Neuweltkameliden reicht über 6000 Jahre zurück und mit ihr beginnt auch die Frage nach dem Ursprung der Suris. Waren die lockigen Alpakas und Lamas bereits den Inkas bekannt oder sind sie eine moderne Zuchterfindung?

Dieser Artikel nimmt dich mit auf eine Spurensuche durch die Anden-Hochkulturen und zeigt, warum die Herkunft der Suris bis heute ein Rätsel bleibt.

In einer Zeit, als in den Bergen noch Götter wohnten, wurden die ersten Guanako- und Vikunjaherden zusammengetrieben und es begann der weite Weg vom Wild- zum Haustier.

Vor 6.000-7.000 Jahren, so beschreiben es archäologische Knochenfunde, war es dann soweit: Die Indios im Hochland der Anden hatten die ersten Alpakas und Lamas gezüchtet.

Wie die Tiere genau aussahen ist unbekannt. Vielleicht entstand ja schon bei diesen ersten Zuchtversuchen ein Suri, wahrscheinlich ist es jedoch nicht und beweisen lässt es sich anhand der archäologischen Funde erst recht nicht, denn über blanke Knochen lässt sich die Erscheinungsform der damaligen Tiere nicht rekonstruieren. Es dauerte noch einmal 3.000-4.000 Jahre bis man aufgrund von Textilfunden von einer gezielten Farb- und Faserzucht sprechen kann. Auch wenn es schwer ist, bei den Textilien zu unterscheiden, ob es sich um grobe Alpakafasern oder feinstes Lamahaar handelt, oder ob die feinsten Alpakatextilien vielleicht aus grobem Vikunjahaar gefertigt wurden, so soll es doch Surifasern in Textilien aus vorkolonialer Zeit geben.

Aus den Aufzeichnungen spanischer Chronisten weiß man, dass unter dem Regime der Inkas (13. bis 16. Jahrhundert) streng reglementierte Strategien für eine gezielte Kamelidenzucht herrschten. Dieses riesige Reich brauchte kräftige, starke Packtiere für den Warenaustausch, für den Erzabbau, es benötigte Lasttiere für seine Armeen, und die Inkas mussten innerhalb ihres Reiches die Menschen kleiden, also züchteten sie Tiere mit besonderen Faserqualitäten für die staatliche Textilproduktion…

Vorbereitung auf die Geburtssaison_Allespaka

Vorbereitung auf die Geburtssaison

geburt bei neuweltkameliden

Vorbereitung auf die Geburtssaison

Text & Fotos  Ilona Kindler

Die Geburtssaison bei Alpakas und Lamas ist aufregend, aber auch kritisch. Die ersten 6 Stunden nach der Geburt entscheiden über Leben und Tod des Fohlens, denn ohne ausreichend Kolostrum hat ein Neugeborenes kaum Überlebenschancen.

In diesem Artikel erfährst du, wie du dich optimal vorbereitest, warum Kolostrum so entscheidend ist, was in deinen Geburtskoffer gehört und wie du trächtige Stuten in den letzten Monaten richtig versorgst.

Das Frühjahr steht vor der Tür und damit beginnt für die meisten Alpaka- und Lamazüchter bald die Geburtssaison. Neuweltkameliden unterscheiden sich bei Geburt und Versorgung von Jungtieren wesentlich von anderen Tierarten. Jetzt ist die Zeit, sich gut darauf vorzubereiten.

Die Trächtigkeitsdauer bei Neuweltkameliden variiert im Durchschnitt von 335 bis 360 Tagen. Es gibt auch vereinzelt Fälle, in denen es zu Frühgeburten kommt oder die Trächtigkeit länger als ein Jahr dauert. Deshalb ist es sehr wichtig, den Deckverlauf schriftlich festzuhalten.

Die ungeborenen Fohlen wachsen in den letzten drei Monaten der Trächtigkeit am schnellsten. Durch regelmäßiges Wiegen kann eine Trächtigkeit sicher festgestellt werden. Die Stuten brauchen in dieser Zeit besondere Beachtung. Man kann körperliche Veränderungen feststellen, eine Vergrößerung des Bauches aufgrund des wachsenden Fohlens im Mutterleib bemerken – möglicherweise kann man Bewegungen durch die Bauchdecke und gelegentlich unter dem Schwanz sehen.

Praktisch ist es, wenn man die trächtigen Stuten vom Rest der Herde in ein Geburtspaddock separiert. Das ist natürlich nur bei großen Gruppen sinnvoll. Trächtige Stuten müssen mit einem eiweißreicheren Futter versorgt werden. Gut geeignet sind Heu vom 2. Schnitt und Luzerne. Die Stuten sollten mit einem Bodyscore 4 in die Geburtssaison gehen. Jetzt sollten auch Kotproben entnommen und notwendige Behandlungen mit dem Tierarzt durchgeführt werden. Auch eine Impfung gegen Clostridien, zwei Monate vor der Geburt, schützt die ungeborenen Fohlen vor Infektionen, die meist tödlich enden. 

Eine gesunde und gut versorgte Stute wird auch ein gesundes Fohlen bekommen. Oft werde ich gefragt, ob man trächtige Stuten scheren darf. Scheren bedeutet natürlich Stress. Aber durch ein gutes Management beim Scheren ist es nur ein kurzer Stress von 15-20 Minuten. Hitze bedeutet für eine trächtige Stute im vollen Vlies Dauerstress. Deshalb lautet meine Antwort: …

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Blutwerte richtig deuten

Labordiagnostik für Alpakas

Blutwerte richtig deuten

TEXT Dr. Anna-Linda Golob
FOTO KI generiert

Alpakas lassen es sich kaum anmerken, wenn es ihnen nicht gut geht. Als Fluchttiere maskieren sie Schwäche und Unwohlsein so lange wie möglich. Wenn es dann soweit ist, dass sie uns krank erscheinen, zeigen sie häufig unspezifische Symptome wie vermehrtes Liegen, verminderte Futteraufnahme, Teilnahmslosigkeit und Absonderung. Aus diesen Gründen kommt labordiagnostischen Blutuntersuchungen sowohl in der Prophylaxe als auch im Krankheitsfall besondere Bedeutung zu.

Eine Blutuntersuchung beinhaltet die hämatologische Untersuchung und die klinisch-chemische Blutanalyse. Viele Routineuntersuchungen können inzwischen mit Hilfe von in-house-Geräten in der Tierarztpraxis durchgeführt werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Geräte evtl. die Blutzellen von Neuweltkamelen nicht zuverlässig erkennen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Analysen im Veterinärlabor durchführen zu lassen.


Bei der hämatologischen Untersuchung wird das sog. rote Blutbild (Erythrozytenzahl, Hämatokrit, Hämoglobin) sowie die Leukozytenzahl und die Thrombozytenzahl gemessen. Für ein „großes Blutbild“ erfolgt darüber hinaus eine Differenzierung der Leukozyten, der sog. weißen Blutzellen, die bei Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle spielen. Für die Erstellung eines Blutbildes ist es wichtig, dass das Blut in ein Probenröhrchen mit Gerinnungshemmern entnommen wird, z.B. EDTA oder Heparin.


Ein zeitnah angefertigter Blutausstrich kann hilfreich sein, wenn ein Blutbild maschinell aufgrund von Zelldegeneration nicht mehr ausgewertet werden kann. Bei anämischen Tieren kann ein Blutausstrich darüber hinaus wichtige Informationen über die Ursache der Blutarmut liefern.


Im Rahmen der klinisch-chemischen Blutuntersuchung werden Stoffwechselprodukte, Enzymaktivitäten und Mineralstoffe analysiert. Damit diese Stoffe möglichst unverändert bleiben, sollten auch für diese Untersuchungen geeignete Probenröhrchen verwendet werden, z.B. Serumröhrchen. Durch Zentrifugation werden die zellulären Bestandteile des Blutes vom Überstand separiert und nur der Überstand wird untersucht. Diese Trennung von Serum und Blutkuchen ist wichtig, um Veränderungen der Inhaltsstoffe des Serums durch weiteren Stoffwechsel der Zellen zu vermeiden. Zudem minimiert sie das Risiko der Hämolyse, der Zerstörung der Erythrozyten, welche sowohl die Mineralstoff-Konzentrationen im Serum verfälschen kann als auch die photometrischen Messungen anderer Parameter.


Für die Stoffwechseldiagnostik werden im Serum Substrate gemessen, die End- oder Zwischenprodukte im Stoffwechsel darstellen. So kann überprüft werden, ob der Organismus ausreichend mit Nährstoffen und Energie versorgt wird. Bei der Enzymdiagnostik werden …

gewichtsverlust alpakas allespaka37

Gewichtsverlust bei Alpakas

Systematische Ursachensuche

Gewichtsverlust bei Alpakas

TEXT Claire E. Whitehead
Foto My Alpakas

Gewichtsverlust bei Alpakas erfordert eine systematische Herangehensweise: Zahnkontrolle, Kotuntersuchung auf Parasiten und Futterqualitätsprüfung sind die ersten Schritte. Bei komplexeren Fällen helfen Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren bei der Diagnose.

Gewichtsverlust ist ein häufiges und besorgniserregendes Thema bei Alpakas, mit einer Vielzahl möglicher Ursachen. Um es effektiv anzugehen, muss das zugrunde liegende Problem identifiziert werden, da die Auslöser von schlechter Ernährung bis hin zu chronischen Krankheiten reichen können. Während die Diagnose des genauen Problems oft tierärztliches Fachwissen erfordert, gibt es Dinge, die Sie als Halter unternehmen können, um den ersten Schritt zu machen und wertvolle Informationen zu sammeln. Zögern Sie jedoch nicht, Hilfe anzufordern, wenn der Gewichtsverlust dramatischer oder besorgniserregender ist oder das betroffene Alpaka nicht frisst!

Beginnen Sie mit den Grundlagen

Einige der häufigsten Ursachen für Gewichtsverlust sind einfach zu überprüfen. Beginnen Sie mit der Beurteilung des Körperzustands des Tieres (Abbildung 1) und führen Sie eine gründliche visuelle und körperliche Beurteilung durch:

Untersuchung der Zähne

Überprüfen Sie, ob die Schneidezähne zu lang sind oder ob die Backenzähne scharfe Spitzen haben, die Schmerzen verursachen könnten. Greifen Sie dabei nicht den Fingern in das Maul Ihres Alpakas, denn es hat sehr scharfe Zähne! Mein Vorschlag: Tasten Sie lieber an der Außenseite am Kiefer entlang ob sich etwas “komisch” anfühlt. Mit zunehmendem Alter der Tiere können sich die Backenzähne manchmal lockern und nach außen zeigen. Möglicherweise können Sie auch Lücken erkennen, wo Zähne fehlen können.

Tasten Sie entlang der Kieferlinie nach Schwellungen, die auf einen Zahnwurzelabszess hinweisen können (Abbildung 2). Wenn Sie dies feststellen, rufen Sie Ihren Tierarzt an, und besprechen Sie gemeinsam mit ihm den Schweregrad und die Behandlungsmöglichkeiten. Röntgenaufnahmen eignen sich am besten für die Entscheidung, ob eine medizinische oder chirurgische Behandlung am besten geeignet ist.

Ausschluss von Parasiten 

Sammeln Sie eine frische Kotprobe, um sie auf Würmer, Kokzidien (insbesondere Eimeria macusaniensis) und Egel untersuchen zu lassen, wenn diese in Ihrer Region ein Problem darstellen. 

Es ist in den meisten Fällen empfehlenswert, Kotproben von einigen anderen Tieren zusammen mit der Probe von dem betreffenden Tier einzuschicken, da manchmal präpatente Bürden einige Tiere belasten können, während andere Tiere hohe Bürden haben, aber noch keine klinischen …