MODELL WHITE GOLD

White Gold – Mode und Alpakafaser

FASER

White Gold – Mode und Alpakafaser

text: Sophie Schramek | Fotos:  Herzography – Sabrina Herzog

Entwicklung einer experimentellen Modekollektion auf der Basis von Oberflächenmanipulationen mit Edelfasern unter Aspekten der Nachhaltigkeit

Mein Masterprojekt WHITE GOLD verfolgte das Ziel, eine realisierbare Kollektion mit möglichst geringer Umweltbelastung auf der Grundlage von Alpakafasern zu designen. Der Anspruch des Modeprojektes war es,  eine hohe Qualität in allen Bereichen – Konzept, Entwurf, Gestaltung und handwerklicher Umsetzung zu entwickeln. 

WHITE GOLD ist eine Damenkollektion auf der Basis eines nachhaltigen Material- und Gestaltungskonzepts, welches sich unverbindlich an kulturellen und zeitgenössischen Designs orientiert. Eigene Gestaltungsprinzipien basieren auf der Grundlage kulturell bezogener Ornamentkunst. Daraus folgt das Leitelement, die Linie, die sich durch die Kollektion zieht und Verbindungen schafft zwischen alten Kulturen und moderner Gegenwart, Regionalität und Globalität, wodurch eine eigene Designsprache entsteht. Der Fokus liegt auf Unikaten, welche für Einzigartigkeit und Besonderheit stehen und kulturelle Offenheit sowie ein bewussteres Verhältnis zur Umwelt darstellen. 

WHITE GOLD ist ein Hybrid aus klassisch konstruierten Teilen, welche durch drapierte Kleidungsstücke ergänzt werden. Handgefilzte und gestrickte Flächen aus regional bezogener Alpakawolle und selbst entwickelte Designlösungen unter Verwendung von Silikon unterstützen den handwerklichen Charakter der Kollektion. Edle Seide setzt Kontraste und unterstreicht den hochwertigen Ausdruck. Mit Hilfe von privaten Sponsoren und Unternehmen für das Projekt, war es möglich die angestrebte Umsetzung auf Basis von regionalen Ressourcen zu realisieren. Das Konzept ist für Kleinunternehmer mit unikaten, handgemachten als auch in Ergänzung zu kleinseriell produzierbaren Kleidungsteilen gedacht. Durch relativ hohe Rohmaterialienkosten und einen zeitintensiven Handarbeitsprozess bewegen sich die Kleidungsteile in einem dem Anspruch der Kollektion entsprechend hohen Preissegment.

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Faserprojekt Grüne Erde

Faser

Faserprojekt Grüne Erde

Text & Fotos: Wolfgang Putzinger

Vor nunmehr 6 Jahren haben die AAA und Grüne Erde einen Vertrag über die Lieferung der Faser europäischer Alpakazüchter für die Herstellung von hochwertigen Bettdecken und Kopfpölstern geschlossen. Wir haben im ersten Jahr mit rund 400 kg abgerechneter Faser einen guten Start hingelegt, mittlerweile haben wir 3,5 Tonnen gesammelt, Tendenz weiter steigend. Wir sind sehr stolz auf dieses einzigartige Projekt, gemeinsam mit Grüne Erde haben wir viel Entwicklungsarbeit geleistet, um dieses Projekt so erfolgreich zu machen.

Zusätzlich zu den Standardbettdecken wird ein Teil der Faser pro Tier zu Bettdecken verarbeitet, das heißt der Käufer der Bettdecke weiß, wo das Tier, das die Faser für die Decke geliefert hat, lebt. Dieses Projekt ist sehr gut angekommen und wir 2022 noch ausgebaut. In der Tasche jeden Bettes wird eine Info über den jeweiligen Züchter, von dem die Wolle stammt, mitgeliefert. Die Züchter, die an diesem Projekt teilnehmen, werden von uns dazu direkt eingeladen. Neue Projekte für die Verwendung von Filzwolle bzw. dunklerer Faser, sollen erstmals 2022 starten, nähere Informationen folgen.

Zum Ablauf:
Die Faser wird – vom Züchter vorgereinigt – in unserem Zentrum in Gaspoltshofen (Österreich) angeliefert und entweder sofort mit dem Faserlieferanten/in durchgesehen und gewogen. Wenn die Faser per Post oder Spedition ankommt, wird nach Verwiegung an den Wochenenden von unserem Team die Faser auf Sortiergittern (Foto1) kontrolliert und sortiert. Alle Mitglieder des Teams haben die Züchterausbildung bei Amanda VandenBosch absolviert.

Die Faser wird auf Micron, Länge und Farbe geprüft und anschließend im Tumbler (Foto 2+3) vom Staub befreit. Zu grobe oder mit Stroh, Kotbömmeln, Zehennägeln verschmutzte Faser wird aussortiert und geht kostenpflichtig an den Lieferanten/in zurück. Die Faser wird von uns nicht gereinigt! (Foto 4)

Basis für die Verrechnung ist das Gewicht nach Sortierung und nach dem Tumbler. Die Auszahlung erfolgt anteilig im Sommer mit einer Aconto Zahlung von bis zu 70 %. Die Restzahlung wird bis Ende des laufenden Jahres nach Verarbeitung, und je nach Abruf der Faser und Geldeingang durch Grüne Erde auf unser Konto an die Lieferanten/innen ausbezahlt.

Nach dem Tumbler wird die Faser in einer dem Verein gehörenden Waschanlage von einem externen Dienstleister gereinigt und getrocknet. Anschließend werden ev. Verknotungen in einem ebenfalls dem Verein gehörenden Feinöffner (Picker) gelöst und die Faser in 200 kg Big Bags zur Bettdeckenfertigung transportiert. Auf Basis der abgerufenen Kg erfolgt die …

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Surivliese fordern unsere Kreativität heraus

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Surivliese fordern unsere Kreativität heraus

Text: Sandra Zahn

Ich stelle mir oft die Frage, wofür die adeligen Peruaner Suris züchteten. Was war der Anlass, diese Rasse mit solch einer faszinierenden Faser zu züchten? Wie wurden diese edlen Vliese verarbeitet – in Anbetracht der einfachen Hilfsmittel, die zur Verfügung standen. Was wurde daraus hergestellt?

Viele Menschen sind fasziniert von einem Suri im vollen Lauf mit seinen langen, glänzenden Locken, die vom Wind bewegt werden. Manch einer denkt beim Anblick eines Surikopfes an den Rasta Look im Vergleich zum Teddybär, dem Huacaya.

Der weiche, seidige Griff der Locken lässt uns von etwas Besonderem, ja Exklusivem träumen. Das Surigarn, glänzend und wunderbar weich, fühlt sich im ersten Moment kühl an, jedoch nach kurzer Zeit wird es angenehm warm, erinnert an Seide. Man stellt sich ein exklusives Strickstück vor. Ein noch unbekanntes, spezielles Textil – etwa für festliche Anlässe – ein Kleidungsstück, welches repräsentieren kann. Aus natürlichem Material, vom eigenen Tier.

Jedoch, welche Enttäuschung: Das Tragen dieses hochwertigen Materials ist aufgrund seines Gewichtes unangenehm. Eben dieses Gewicht und die Struktur verleihen dem Strickstück einen eher hängenden Charakter, welcher allerdings modebedingt erwünscht sein kann.

Auch die Verarbeitung dieser langen, geraden Locken, die oft die zu verspinnende Maximallänge überschreiten, stellt uns vor viele Probleme. Je besser die Qualität des Vlieses, desto schwieriger der Arbeitsablauf. Das erste Problem stellt der Waschprozess dar. Das Wasser kann nur schwer in die eng gedrehten Locken eindringen, so dass mehrere Waschgänge nötig sind, um das Vlies sauber zu bekommen. Auch im weiteren Verlauf haben die Maschinen Mühe, die Locken zu erfassen, die engen Bündel zu öffnen und zu bürsten, damit ein gleichmäßiges Kardenband entsteht, welches …

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Auch Alpaka-Richter brauchen Computer

Faser

Auch Alpaka-Richter brauchen Computer

Text & Fotos: Robin Näsemann

Alpaka-Richter werden viele Monate, manche sogar Jahre geschult, bis sie sicher Alpakas im Ring rangieren. Dazu gehört auch die genaue Bestimmung eines Faserstapels. Mikron 12 oder Mikron 14 muss ich als Richter unter dem Druck der Show mit bloßem Auge unterscheiden können. Zwei Tausendstel eines Millimeters! Eine Fertigkeit, für welche ich tausenden Alpakas ins Vlies sehen musste.

Genaue Daten sind immer besser

Dennoch nutze ich für Zuchtentscheidungen in meiner eigenen Herde regelmäßig die Hilfe moderner Technologie. Faseranalysen bilden das Vlies eines Alpakas genauer ab, als es ein Mensch jemals könnte. Mit nur einem Blick auf den kompakten Ausdruck findet man Daten, deren Erhebung selbst den erfahrensten Alpaka-Richter eine halbe Ewigkeit kosten würde.
Doch genau wie der Blick ins Vlies benötigt auch der Blick auf das Faserhistogramm ein wenig Schulung. Erfahrene Züchter sehen innerhalb von Sekunden, ob ein Vlies vielversprechend ist – oder man lieber ein anderes Tier als Zuchthengst auswählt.

Balken mit vielen Informationen

Unabhängig davon, ob Sie Ihre Faser per Laserscan, OFDA 100 oder OFDA 2000 messen: Die Feinheit eines Vlieses erkennen Sie am Histogramm sofort. Das übersichtliche Balken- oder Säulendiagramm gibt dafür die Häufigkeit aller Messwerte einer Faserprobe an.
Auf der waagerechten X-Achse sehen Sie die Faserdurchmesser in Mikrometern; anhand der Höhe der Balken erkennen Sie, wie hoch der Anteil der entsprechenden Faserabschnitte in der Faserprobe ist. Achtung: Manche Faserlabore kippen das Faserhistogramm. Dementsprechend sind die Achsen vertauscht und das Histogramm wächst nach rechts, während oben feine Fasern und unten gröbere Fasern dargestellt sind.

Möglichst links, möglichst schmal

Jedes Alpaka trägt feinere und gröbere Fasern im Vlies. Je mehr feine Fasern es hat, desto höher wachsen die Balken rechts im Histogramm…

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