Zahnprothese für Alpaka

Unser Alpaka bekommt eine Zahnprothese

Unser Alpaka bekommt eine Zahnprothese

Text Verena spindler

Vor vielen Jahren sagte mir einmal jemand: „Wenn Du das Normale bei Deinen Tieren im Griff hast, heißt das nicht, dass sie nichts mehr bekommen – aber es wird exotischer.“ Dieser Satz hat sich in unserer mittlerweile über 20-jährigen Alpakahaltung immer wieder bewahrheitet.

Der Schock war groß …als unsere vielversprechende Jungstute bei ihrem ersten Showauftritt nach hinten gesetzt wurde – mit der Begründung, dass die Zähne nicht korrekt stehen.

Zu Hause wollten wir die vermeintliche Fehlstellung genauer beurteilen und gegebenenfalls korrigieren. Dabei stellten wir jedoch schnell fest, dass sich die zunächst vermutete Zahnfehlstellung gar nicht bestätigte. Stattdessen zeigte sich ein ganz anderes Problem: Die betroffenen Schneidezähne waren deutlich gelockert und schienen traumatisch geschädigt. Es wirkte, als hätte sich die Stute diese teilweise herausgebrochen.

Zusätzlich waren seitlich im Zahnfleisch sowie im Übergangsbereich zwischen Zahn und Gingiva tiefe Einrisse sichtbar. In diesen Bereichen zeigten sich außerdem entzündliche Veränderungen.

Interessanterweise war die Jungstute klinisch zu keinem Zeitpunkt auffällig gewesen. Sie zeigte keinerlei Probleme bei der Futteraufnahme, fraß völlig normal und auch ihre Gewichtsentwicklung verlief konstant. Mit gerade einmal sieben Monaten hatte sie bereits deutlich die 40-kg-Marke überschritten.

Trotzdem war natürlich klar: So konnte es nicht bleiben. Warum wir uns gegen eine Extraktion entschieden …

Candidatus Mycoplasma haemolamae alpaka

Candidatus Mycoplasma Haemolamae

Candidatus Mycoplasma Haemolamae

Text & Bilder Dr. Sarah Grund

Mycoplasmen sind in vielen Alpaka- und Lamabeständen nachweisbar, doch längst nicht jedes infizierte Tier erkrankt auch. Umso wichtiger ist es, die Zusammenhänge zu kennen und klinische Veränderungen richtig einzuordnen. Wann eine Infektion tatsächlich relevant wird und worauf Halter achten sollten, erklärt dieser Beitrag.

Candidatus Mycoplasma haemolamae (nachfolgend als Mycoplasma bezeichnet) ist ein Bakterium, dass den roten Blutzellen (Erythrozyten) bei Neuweltkamelen aufsitzt und diese in ihrer normalen Funktion beeinträchtigt. Daher werden Mycoplasmen oft auch als Blutparasiten bezeichnet. Die Beeinträchtigung infizierter Tiere und die Ausprägung von Symptomen aufgrund einer Infektion ist jedoch sehr unterschiedlich. Nicht jedes infizierte Alpaka oder Lama ist krank! Viele Tiere sind symptomlose Träger.

Symptome

Viele Tiere zeigen keine klinischen Symptome, obwohl sie mit Mycoplasmen infiziert sind. Eine chronische Infektion kann jedoch auch zu schleichender Abmagerung, geringerer Leistungsfähigkeit und einem reduzierten Allgemeinverhalten führen. Bricht die Erkrankung aufgrund auslösender Faktoren akut aus, werden die befallenen Erythrozyten abgebaut, was wiederum zu einer Anämie (Mangel an Erythrozyten) führt. Das Immunsystem kann im Akutfall die massenhafte Vermehrung der Mycoplasmen nicht eindämmen, die Schleimhäute sind blass, die Tiere sind schwach und kommen teilweise zum Festliegen.

Auslöser für den akuten Ausbruch können Stress (Verkauf, Transport, Ausstellungen, Geburt), Parasitosen und andere Erkrankungen sein.

Verbreitung

Studien aus Österreich und der Schweiz zeigten in flächendeckenden Screenings, dass 18 bis 25% aller Neuweltkamele positiv auf Mycoplasmen getestet werden können, wovon nur ein Bruchteil Symptome zeigt. Es ist davon auszugehen, dass nahezu jeder Bestand infizierte Tiere aufweist. Eine Untersuchung in Tennessee (USA) wies bei über einem Drittel aller klinisch gesunden Tiere Mycoplasmen nach.

Übertragung

Giftpflanzen für Alpakas

Giftpflanzen – Risiken für Neuweltkameliden

Giftpflanzen – Risiken für Neuweltkameliden

Text Barbara Teichmann
Foto Stephanie Traub

Giftpflanzen werden häufig erst dann zum Thema, wenn bereits etwas passiert ist. Dabei lassen sich viele Risiken mit etwas Aufmerksamkeit und dem richtigen Wissen vermeiden. Welche Pflanzen für Neuweltkameliden problematisch sind und worauf Halter besonders achten sollten, zeigt dieser Überblick.

Das Frühjahr und der Sommer sind Zeiten in denen Pflanzen, Bäume und Sträucher besonders üppig wachsen. Jetzt ist Vorsicht geboten, denn viele Wild- und Kulturpflanzen enthalten toxische Substanzen, die bei deren Aufnahme zu Vergiftungen führen können. Für Halter von Neuweltkameliden ist es wichtig, die häufigsten Giftpflanzen zu kennen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Ein bewusster Umgang mit der Weidegestaltung und das Wissen um typische Giftpflanzen sind entscheidend, um die Gesundheit der Tiere zu schützen und Vergiftungen vorzubeugen.

Typische Giftpflanzen in der Weidezeit…

Warum sind Neuweltkameliden betroffen?
Neuweltkameliden sind Pflanzenfresser mit einem empfindlichen Verdauungssystem. Neugierde oder Futtermangel können dazu führen, dass sie giftige Pflanzen oder giftige Bestandteile von Bäumen und Sträuchern aufnehmen. Gerade junge oder frisch gefällte Äste können attraktiv wirken.

Die Symptome einer Vergiftung variieren je nach Pflanze und Menge, reichen aber von Magen-Darm-Beschwerden über Koordinationsstörungen bis hin zu schweren Organversagen.

Prävention und Schutzmaßnahmen…

DARMPROBLEME BEI ALPAKAS - allespaka

Darmprobleme bei Alpakas

Erkennen und Behandeln

Darmprobleme bei Alpakas

Text & Foto Te Korito Alpacas
Übersetzung Karin Rossmann

Durchfall und Verstopfung bei Alpakas können lebensbedrohlich werden, doch die Ursachen sind vielfältig. Von Parasiten über bakterielle Infektionen bis hin zu Stress oder Fütterungsfehlern: Dieser Artikel zeigt dir, welche Symptome auf welches Problem hindeuten und wann schnelle tierärztliche Hilfe nötig ist.

Verstopfung (Stuhlverstopfung)
Angesichts ihrer ballaststoffreichen Ernährung mag es unlogisch erscheinen, dass Alpakas unter Verstopfung leiden können.

Die Ursache mag unklar sein, aber eine plötzliche Umstellung in der Fütterung, nicht genug Aufnahme von Wasser oder auch Stress können durchaus eine Verstopfung bei Alpakas verursachen. Zu den Symptomen gehören ein häufiges Wälzen auf dem Boden, vermehrte Lautäußerungen, das Liegen auf einer Seite und Tritte gegen den Bauch. All dies deutet auf Bauchschmerzen hin.

Tierärztliche Hilfe ist erforderlich, da die Behandlung Buscopan® (zur Entspannung der glatten Muskulatur), Flunixin (Banamin) zur Schmerzlinderung und Mineralöl, das entweder oral oder rektal verabreicht wird, umfassen kann. Wenn Sie das Alpaka an Halfter und Leine führen, wird die Wirkung des Öls unterstützt. Der Kot wird dann in der Regel nach einigen Stunden und in großen Massen ausgeschieden. Der normale Kotabsatz wird innerhalb von 24 Stunden wieder aufgenommen. (Hinweis: Flunixin wird unter verschiedenen Herstellernamen verkauft)

Durchfall
Die meisten Alpakahalter werden schon einmal ein Alpaka mit Durchfall gesehen haben. Leider gibt es viele Ursachen dafür. Etwas Detektivarbeit kann einige Möglichkeiten vor dem Eintreffen des Tierarztes ausschließen. Durchfall muss ernst genommen werden, da das Alpaka dabei erhebliche Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten verlieren kann.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Möglichkeiten:

Parasiten: Kokzidien, Giardien und Cryptosporidien sind je nach der jeweiligen Umgebung häufige Ursachen für Durchfall bei Alpakas. Diese können in kontaminiertem Futter oder Wasser vorhanden sein und die Darmschleimhaut des Alpakas schädigen.

Zu den Symptomen können lockerer oder wässriger Stuhl, Gewichtsverlust und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands gehören. Die Diagnose erfolgt in der Regel mit Hilfe von Kotuntersuchungen, die Behandlung erfolgt unter Umständen mit Antiparasitika.

Würmer: Alpakas können von Kameliden-spezifischen Wurmarten und auch von Schaf- und Rinderwürmern befallen sein….

Vorbereitung auf die Geburtssaison_Allespaka

Vorbereitung auf die Geburtssaison

geburt bei neuweltkameliden

Vorbereitung auf die Geburtssaison

Text & Fotos  Ilona Kindler

Die Geburtssaison bei Alpakas und Lamas ist aufregend, aber auch kritisch. Die ersten 6 Stunden nach der Geburt entscheiden über Leben und Tod des Fohlens, denn ohne ausreichend Kolostrum hat ein Neugeborenes kaum Überlebenschancen.

In diesem Artikel erfährst du, wie du dich optimal vorbereitest, warum Kolostrum so entscheidend ist, was in deinen Geburtskoffer gehört und wie du trächtige Stuten in den letzten Monaten richtig versorgst.

Das Frühjahr steht vor der Tür und damit beginnt für die meisten Alpaka- und Lamazüchter bald die Geburtssaison. Neuweltkameliden unterscheiden sich bei Geburt und Versorgung von Jungtieren wesentlich von anderen Tierarten. Jetzt ist die Zeit, sich gut darauf vorzubereiten.

Die Trächtigkeitsdauer bei Neuweltkameliden variiert im Durchschnitt von 335 bis 360 Tagen. Es gibt auch vereinzelt Fälle, in denen es zu Frühgeburten kommt oder die Trächtigkeit länger als ein Jahr dauert. Deshalb ist es sehr wichtig, den Deckverlauf schriftlich festzuhalten.

Die ungeborenen Fohlen wachsen in den letzten drei Monaten der Trächtigkeit am schnellsten. Durch regelmäßiges Wiegen kann eine Trächtigkeit sicher festgestellt werden. Die Stuten brauchen in dieser Zeit besondere Beachtung. Man kann körperliche Veränderungen feststellen, eine Vergrößerung des Bauches aufgrund des wachsenden Fohlens im Mutterleib bemerken – möglicherweise kann man Bewegungen durch die Bauchdecke und gelegentlich unter dem Schwanz sehen.

Praktisch ist es, wenn man die trächtigen Stuten vom Rest der Herde in ein Geburtspaddock separiert. Das ist natürlich nur bei großen Gruppen sinnvoll. Trächtige Stuten müssen mit einem eiweißreicheren Futter versorgt werden. Gut geeignet sind Heu vom 2. Schnitt und Luzerne. Die Stuten sollten mit einem Bodyscore 4 in die Geburtssaison gehen. Jetzt sollten auch Kotproben entnommen und notwendige Behandlungen mit dem Tierarzt durchgeführt werden. Auch eine Impfung gegen Clostridien, zwei Monate vor der Geburt, schützt die ungeborenen Fohlen vor Infektionen, die meist tödlich enden. 

Eine gesunde und gut versorgte Stute wird auch ein gesundes Fohlen bekommen. Oft werde ich gefragt, ob man trächtige Stuten scheren darf. Scheren bedeutet natürlich Stress. Aber durch ein gutes Management beim Scheren ist es nur ein kurzer Stress von 15-20 Minuten. Hitze bedeutet für eine trächtige Stute im vollen Vlies Dauerstress. Deshalb lautet meine Antwort: …

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Blutwerte richtig deuten

Labordiagnostik für Alpakas

Blutwerte richtig deuten

TEXT Dr. Anna-Linda Golob
FOTO KI generiert

Alpakas lassen es sich kaum anmerken, wenn es ihnen nicht gut geht. Als Fluchttiere maskieren sie Schwäche und Unwohlsein so lange wie möglich. Wenn es dann soweit ist, dass sie uns krank erscheinen, zeigen sie häufig unspezifische Symptome wie vermehrtes Liegen, verminderte Futteraufnahme, Teilnahmslosigkeit und Absonderung. Aus diesen Gründen kommt labordiagnostischen Blutuntersuchungen sowohl in der Prophylaxe als auch im Krankheitsfall besondere Bedeutung zu.

Eine Blutuntersuchung beinhaltet die hämatologische Untersuchung und die klinisch-chemische Blutanalyse. Viele Routineuntersuchungen können inzwischen mit Hilfe von in-house-Geräten in der Tierarztpraxis durchgeführt werden. Dabei ist zu beachten, dass diese Geräte evtl. die Blutzellen von Neuweltkamelen nicht zuverlässig erkennen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Analysen im Veterinärlabor durchführen zu lassen.


Bei der hämatologischen Untersuchung wird das sog. rote Blutbild (Erythrozytenzahl, Hämatokrit, Hämoglobin) sowie die Leukozytenzahl und die Thrombozytenzahl gemessen. Für ein „großes Blutbild“ erfolgt darüber hinaus eine Differenzierung der Leukozyten, der sog. weißen Blutzellen, die bei Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle spielen. Für die Erstellung eines Blutbildes ist es wichtig, dass das Blut in ein Probenröhrchen mit Gerinnungshemmern entnommen wird, z.B. EDTA oder Heparin.


Ein zeitnah angefertigter Blutausstrich kann hilfreich sein, wenn ein Blutbild maschinell aufgrund von Zelldegeneration nicht mehr ausgewertet werden kann. Bei anämischen Tieren kann ein Blutausstrich darüber hinaus wichtige Informationen über die Ursache der Blutarmut liefern.


Im Rahmen der klinisch-chemischen Blutuntersuchung werden Stoffwechselprodukte, Enzymaktivitäten und Mineralstoffe analysiert. Damit diese Stoffe möglichst unverändert bleiben, sollten auch für diese Untersuchungen geeignete Probenröhrchen verwendet werden, z.B. Serumröhrchen. Durch Zentrifugation werden die zellulären Bestandteile des Blutes vom Überstand separiert und nur der Überstand wird untersucht. Diese Trennung von Serum und Blutkuchen ist wichtig, um Veränderungen der Inhaltsstoffe des Serums durch weiteren Stoffwechsel der Zellen zu vermeiden. Zudem minimiert sie das Risiko der Hämolyse, der Zerstörung der Erythrozyten, welche sowohl die Mineralstoff-Konzentrationen im Serum verfälschen kann als auch die photometrischen Messungen anderer Parameter.


Für die Stoffwechseldiagnostik werden im Serum Substrate gemessen, die End- oder Zwischenprodukte im Stoffwechsel darstellen. So kann überprüft werden, ob der Organismus ausreichend mit Nährstoffen und Energie versorgt wird. Bei der Enzymdiagnostik werden …

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Gewichtsverlust bei Alpakas

Systematische Ursachensuche

Gewichtsverlust bei Alpakas

TEXT Claire E. Whitehead
Foto My Alpakas

Gewichtsverlust bei Alpakas erfordert eine systematische Herangehensweise: Zahnkontrolle, Kotuntersuchung auf Parasiten und Futterqualitätsprüfung sind die ersten Schritte. Bei komplexeren Fällen helfen Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren bei der Diagnose.

Gewichtsverlust ist ein häufiges und besorgniserregendes Thema bei Alpakas, mit einer Vielzahl möglicher Ursachen. Um es effektiv anzugehen, muss das zugrunde liegende Problem identifiziert werden, da die Auslöser von schlechter Ernährung bis hin zu chronischen Krankheiten reichen können. Während die Diagnose des genauen Problems oft tierärztliches Fachwissen erfordert, gibt es Dinge, die Sie als Halter unternehmen können, um den ersten Schritt zu machen und wertvolle Informationen zu sammeln. Zögern Sie jedoch nicht, Hilfe anzufordern, wenn der Gewichtsverlust dramatischer oder besorgniserregender ist oder das betroffene Alpaka nicht frisst!

Beginnen Sie mit den Grundlagen

Einige der häufigsten Ursachen für Gewichtsverlust sind einfach zu überprüfen. Beginnen Sie mit der Beurteilung des Körperzustands des Tieres (Abbildung 1) und führen Sie eine gründliche visuelle und körperliche Beurteilung durch:

Untersuchung der Zähne

Überprüfen Sie, ob die Schneidezähne zu lang sind oder ob die Backenzähne scharfe Spitzen haben, die Schmerzen verursachen könnten. Greifen Sie dabei nicht den Fingern in das Maul Ihres Alpakas, denn es hat sehr scharfe Zähne! Mein Vorschlag: Tasten Sie lieber an der Außenseite am Kiefer entlang ob sich etwas “komisch” anfühlt. Mit zunehmendem Alter der Tiere können sich die Backenzähne manchmal lockern und nach außen zeigen. Möglicherweise können Sie auch Lücken erkennen, wo Zähne fehlen können.

Tasten Sie entlang der Kieferlinie nach Schwellungen, die auf einen Zahnwurzelabszess hinweisen können (Abbildung 2). Wenn Sie dies feststellen, rufen Sie Ihren Tierarzt an, und besprechen Sie gemeinsam mit ihm den Schweregrad und die Behandlungsmöglichkeiten. Röntgenaufnahmen eignen sich am besten für die Entscheidung, ob eine medizinische oder chirurgische Behandlung am besten geeignet ist.

Ausschluss von Parasiten 

Sammeln Sie eine frische Kotprobe, um sie auf Würmer, Kokzidien (insbesondere Eimeria macusaniensis) und Egel untersuchen zu lassen, wenn diese in Ihrer Region ein Problem darstellen. 

Es ist in den meisten Fällen empfehlenswert, Kotproben von einigen anderen Tieren zusammen mit der Probe von dem betreffenden Tier einzuschicken, da manchmal präpatente Bürden einige Tiere belasten können, während andere Tiere hohe Bürden haben, aber noch keine klinischen …

Alpaka Physiotherapie Osteopathie allespaka

Physiotherapie, Osteopathie & Co.

Möglichkeiten & Grenzen

Physiotherapie, Osteopathie & Co.

TEXT & Fotos Laura Flessa

In diesem Artikel werden zunächst die unterschiedlichen Therapieformen vorgestellt und anschließend auf spezifische Krankheitsbilder eingegangen, bei denen eine therapeutische Behandlung bei Alpakas sinnvoll sein kann.

Die Bandbreite therapeutischer Möglichkeiten ist beeindruckend und hat sich über die Jahre in der Humanmedizin sowohl in der Behandlung von Kleintieren und Pferden bewährt. Mit der steigenden Anzahl von Alpakas in Deutschland stellt sich jedoch die Frage: Lassen sich diese etablierten Therapieformen auch auf Alpakas anwenden, und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Therapiemethoden und ihre Wirkweise

Osteopathie als ganzheitliche Therapieform umfasst Techniken, die auf Muskeln, Gelenke, Bänder und Faszien, aber auch auf Organe sowie das Lymph- und Nervensystem wirken. Ziel ist es, Blockaden aufzuspüren und zu lösen, um den Organismus wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Beispielsweise zielt die Faszientherapie darauf ab, Verklebungen in den Faszien zu lösen. Diese Bindegewebsschichten umhüllen Muskeln, Nerven und Organe und verbinden diese wie ein Netz. Verklebte Faszien können zu Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit führen. Eine weitere osteopathische Technik ist die Manipulationstherapie, bei der Bewegungsstörungen in Gelenken durch gezielte Impulse gelöst werden.

Diese spezielle Technik zum Lösen von Blockierungen kommt auch in der Chiropraktik zum Einsatz, welche als Therapiemethode zur Behandlung von schmerzhaften Funktionsstörungen der Gelenke der Wirbelsäule und der Extremitäten bezeichnet wird (vgl. De Gruyter, 2024, S. 369).

Die Physiotherapie zielt hingegen auf die volle und funktionelle Wiederherstellung der Bewegungsfähigkeit ab (vgl. Amshoff, 2020, S. 658), nicht nur auf das Lösen von Blockaden.

Hierfür macht sich die Physiotherapie aktive sowie passive Techniken zu Nutze …

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Scheidenvorfall beim Alpaka

Gesundheit

Scheidenvorfall beim Alpaka

TEXT & Foto: Dr. Julia Pilz

Erfahren Sie, wie Experten mit einer Kombination aus Vorfallbandage und Schafretter erfolgreich bei einem Scheidenvorfall intervenieren und welche Herausforderungen dabei zu meistern sind.

Ein Scheidenvorfall (Vaginalprolaps) ist ein immer wieder auftretendes Problem in der Alpakazucht. Dabei kommt es zu einer Erweichung des Geburtswegs, vor allem in den letzten beiden Monaten vor der Geburt. Dadurch kann Scheidengewebe aus den Schamlippen hervortreten.

Die Ursachen für einen Scheidenvorfall können genetisch bedingt sein, aber auch im Zusammenhang mit Alter oder Über- oder Untergewicht stehen. Bei einer genetischen Komponente wird empfohlen, die Stute nicht mehr in der Zucht einzusetzen. Ein Scheidenvorfall kann in unterschiedlichen Ausprägungen auftreten: Als Grad I wird im Allgemeinen das zeitweise Hervorschauen der Vaginalschleimhaut durch die Vulva bezeichnet. Es fällt nur wenig Gewebe aus der Vulva und zeigt sich vor allem im Liegen. Ein Vaginalprolaps GradI braucht zunächst keine Behandlung, aber eine regelmäßige Beobachtung.

Bei einem Vorfall Grad II und III fällt deutlich mehr Gewebe aus der Vulva (siehe Bild 1). Hier sollte auf jeden Fall ein Tierarzt hinzugezogen werden, denn das vorgefallene Gewebe verschmutzt und Bakterien können sich verbreiten. Dadurch entsteht eine zunehmende Entzündungsgefahr, die zu Aborten oder zur Geburt lebensschwacher Fohlen führen kann. Bleibt ein Vorfall unbehandelt, kann er sich so weit verschlimmern, dass auch Muttermund und Harnblase betroffen sind.

Übliche Maßnahmen bei einem Scheidenvorfall
Es gibt unterschiedliche Ansätze zur Behandlung eines Scheidenvorfalls bei Tieren. Eine recht sichere, aber auch vergleichsweise aufwändige Methode ist der Teil-Verschluss der Vulva durch eine Naht. Für die Geburt muss die Naht jedoch wieder geöffnet werden.

Problem beim Alpaka: Der genaue Geburtszeitpunkt ist schwer vorhersehbar, insbesondere bei durch einen Scheidenvorfall belasteten Stuten …

2024-jahr-der-Kameliden

2024, das Jahr der Kameliden

Titelthema

2024, das Jahr der Kameliden

TEXT: Johanna Czerny

Am 20. Dezember 2017 rief die Generalversammlung (General Assembly) der United Nations Organisation (UNO) auf Ansuchen südamerikanischer Staaten (Ecuador, Bolivien) das Jahr 2024 zum Jahr der Kameliden aus.

Und wie verhält es sich mit uns, den Haltern von Kameliden in Europa? Uns ist klar, dass unsere Kameliden auf uns wirken – doch um wie viel bedeutender ist ihre Wirkung auf das Überleben der wohl Ärmsten auf mehreren Erdteilen, in den unwirtlichsten Gegenden, die durch Trockenheit, Höhenlage, Kälte und Hitze gekennzeichnet sind.
Kampf gegen den Hunger, Auslöschung der extremen Armut auf diesem Planeten, so wünscht es sich die Generalversammlung; wenigstens bescheidenen Wohlstand und Bildung für die Ärmsten, so sagt es uns der gesunde Menschenverstand.


Unser Beitrag zum Jahr des Kamels kann und soll unser Bewusstsein, mit unseren Alpakas und Lamas, den wunderbarsten von allen Tieren, arbeiten und leben zu dürfen, schärfen und damit den Blick auf die Herkunftsländer unserer Alpakas und Lamas, geradewegs auf jene Menschen lenken, die noch viel mehr Interesse am Überleben ihrer Tiere haben, da ihr eigenes Überleben von ihnen abhängt.


Wie kann ich das „Projektjahr der Kameliden 2024“ mit Ideen unterstützen oder mich im Jahr des Kamels 2024 ermutigt fühlen, eine individuelle Idee umzusetzen?


…vielleicht enthalten ja die Feststellungen der Generalversammlung eine Idee? Unter Anderem hält die Generalversammlung fest*, dass…