DARMPROBLEME BEI ALPAKAS - allespaka

Darmprobleme bei Alpakas

Erkennen und Behandeln

Darmprobleme bei Alpakas

Text & Foto Te Korito Alpacas
Übersetzung Karin Rossmann

Durchfall und Verstopfung bei Alpakas können lebensbedrohlich werden, doch die Ursachen sind vielfältig. Von Parasiten über bakterielle Infektionen bis hin zu Stress oder Fütterungsfehlern: Dieser Artikel zeigt dir, welche Symptome auf welches Problem hindeuten und wann schnelle tierärztliche Hilfe nötig ist.

Verstopfung (Stuhlverstopfung)
Angesichts ihrer ballaststoffreichen Ernährung mag es unlogisch erscheinen, dass Alpakas unter Verstopfung leiden können.

Die Ursache mag unklar sein, aber eine plötzliche Umstellung in der Fütterung, nicht genug Aufnahme von Wasser oder auch Stress können durchaus eine Verstopfung bei Alpakas verursachen. Zu den Symptomen gehören ein häufiges Wälzen auf dem Boden, vermehrte Lautäußerungen, das Liegen auf einer Seite und Tritte gegen den Bauch. All dies deutet auf Bauchschmerzen hin.

Tierärztliche Hilfe ist erforderlich, da die Behandlung Buscopan® (zur Entspannung der glatten Muskulatur), Flunixin (Banamin) zur Schmerzlinderung und Mineralöl, das entweder oral oder rektal verabreicht wird, umfassen kann. Wenn Sie das Alpaka an Halfter und Leine führen, wird die Wirkung des Öls unterstützt. Der Kot wird dann in der Regel nach einigen Stunden und in großen Massen ausgeschieden. Der normale Kotabsatz wird innerhalb von 24 Stunden wieder aufgenommen. (Hinweis: Flunixin wird unter verschiedenen Herstellernamen verkauft)

Durchfall
Die meisten Alpakahalter werden schon einmal ein Alpaka mit Durchfall gesehen haben. Leider gibt es viele Ursachen dafür. Etwas Detektivarbeit kann einige Möglichkeiten vor dem Eintreffen des Tierarztes ausschließen. Durchfall muss ernst genommen werden, da das Alpaka dabei erhebliche Mengen an Flüssigkeit und Elektrolyten verlieren kann.

Im Folgenden finden Sie eine Reihe von Möglichkeiten:

Parasiten: Kokzidien, Giardien und Cryptosporidien sind je nach der jeweiligen Umgebung häufige Ursachen für Durchfall bei Alpakas. Diese können in kontaminiertem Futter oder Wasser vorhanden sein und die Darmschleimhaut des Alpakas schädigen.

Zu den Symptomen können lockerer oder wässriger Stuhl, Gewichtsverlust und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands gehören. Die Diagnose erfolgt in der Regel mit Hilfe von Kotuntersuchungen, die Behandlung erfolgt unter Umständen mit Antiparasitika.

Würmer: Alpakas können von Kameliden-spezifischen Wurmarten und auch von Schaf- und Rinderwürmern befallen sein….

Gen- fokussierte Fasermessung-allespaka

Gen-fokussierte Fasermessung

Präzisere Zuchtwerte

Gen-fokussierte Fasermessung

Text & Grafiken Paul Vallely
Übersetzung Karin Rossmann

Die Standardabweichung (SD) des Faserdurchmessers ist genauso wichtig wie der Mikronwert selbst – wird aber oft übersehen. Neue Messtechnologie ermöglicht es jetzt, die genetisch bedingte Abweichung zwischen einzelnen Fasern isoliert zu erfassen.

Die meisten Züchter von faserproduzierenden Tieren wissen um den Einfluss, den der Faserdurchmesser auf das aus ihren Vliesen hergestellte Endprodukt hat. 

Während der Faserdurchmesser als der Aspekt mit dem größten Effekt für die Weichheit des Endprodukts angesehen wird, spielt die Weichheit des Produktes wiederum eine große Rolle bei dem erzielbaren Preis und der Nachfrage. 

Wenn wir jedoch vom Faserdurchmesser sprechen, sprechen wir allzu oft vom durchschnittlichen Durchmesser. So konzentrieren wir uns zum Beispiel auf den durchschnittlichen Mikronwert, der an der Seite des Tieres bestimmt wird, wenn wir die Vliese von Zuchttieren beschreiben. Der mittlere Durchmesser ist aber nur eine Hälfte der Gleichung. Die andere Hälfte ist der Bereich beim Durchmesser, d. h. wie groß der Unterschied zwischen den feinsten und den gröbsten Fasern ist. 

Um den Punkt zu verdeutlichen, stellen wir uns zwei Vliese vor, bei denen die Messung an der Mitte der Tiere jeweils einen durchschnittlichen Durchmesser von 20 Mikrometern ergibt. Ein Vlies kann Fasern von 15 bis 30 Mikron haben, während das andere Fasern von 10 bis zu 40 Mikrometern haben kann. Hier zeigt sich, dass das erste Vlies für Bekleidung geeignet ist, die “direkt auf der Haut getragen wird”, während die 40-Mikron-Fasern im zweiten Vlies dieses nur für Oberbekleidung wie z.B. Pullover geeignet machen. Daher haben wir zwei Vliese mit dem gleichen durchschnittlichen Durchmesser, die jedoch aufgrund des Unterschieds im Durchmesserbereich für zwei verschiedene Märkte geeignet sind. 

Der Bereich des Durchmessers wirkt sich nicht nur auf die Eigenschaften bei der Verarbeitung/dem Verspinnen und das Endprodukt aus, sondern hat auch Auswirkungen auf die Zuchtergebnisse, denn je höher die Abweichung des Faserdurchmessers eines Zuchttieres ist, desto geringer ist die Vorhersagbarkeit der Vliesqualität seiner Nachkommen. 

Wenn wir ein Vlies oder ein Tier in Bezug auf seinen durchschnittlichen Durchmesser beschreiben, bezeichnen wir dieses Maß als dessen „Mikronwert“, obwohl dies technisch gesehen kein wirklich passender Begriff ist, aber ich schwimme hier gerne „mit dem Strom“….


Zuchtwertschätzung-allespaka

Zuchtwertschätzung

eine Option für Alpakas?

Zuchtwertschätzung

Text & Grafiken Dr. Birgit Fürst-Walt

Zuchtwerte sind bei Rindern, Schweinen und Schafen längst Standard – aber bei Alpakas? Eine erste genetische Analyse von 415 österreichischen Alpakas zeigt: Faserqualitätsmerkmale wie Faserdurchmesser, Komfortfaktor und Stapellänge sind vererbbar und könnten züchterisch gezielt verbessert werden.

Bei anderen Nutztierarten sind geschätzte Zuchtwerte seit langer Zeit ein fester Bestandteil der Zuchtpraxis. Mithilfe der Zuchtwerte können die Erbanlagen eingeschätzt werden, um die Auswahl der züchterisch besten Tiere zu erleichtern. Dabei kommt der Definition des Zuchtziels eine große Bedeutung zu, da es vorgibt, in welche Richtung sich die Population entwickeln soll. Langfristig können Zuchtziele nur dann zielführend sein, wenn alle relevanten Merkmale berücksichtigt werden, wie beispielsweise Leistungs-, Fitness- und Verhaltensmerkmale (siehe Abbildung 1). Abbildung 2 gibt einen vereinfachten schematischen Überblick über die Schritte im Zuchtgeschehen.

Mit der Definition des Zuchtziels ist es natürlich nicht getan – die Leistungsprüfung ist eine unabdingbare Voraussetzung für jede züchterische Tätigkeit. Im Hinblick auf eine sinnvolle Leistungsprüfung stellen eine umfassende und korrekte Datenerfassung, -aufbereitung und -verwaltung unbedingt notwendige Voraussetzungen für eine effiziente Zuchtwertschätzung dar. Die Daten aus der Leistungsprüfung sind schließlich die Grundlage für die Zuchtwertschätzung. Ziel der Zuchtwertschätzung ist die Erstellung einer Rangierung der Tiere einer Population gemäß ihrem züchterischen Wert. Erfolgt die Selektion der Elterntiere für die nächste Generation entsprechend der geschätzten Zuchtwerte, kann man einen entsprechenden Zuchtfortschritt erwarten, das heißt, dem Zuchtziel näherkommen.

Allgemeines
Unter dem Zuchtwert versteht man die im Durchschnitt bei den Nachkommen wirksamen Erbanlagen. Mit dem Zuchtwert eines Tieres soll also nicht die eigene Leistung beurteilt werden, sondern die Leistung seiner Nachkommen, wenn es an durchschnittliche Paarungspartner angepaart wird. Der Zuchtwert eines Tieres ist im Gegensatz zu seinem Genotyp keine fixe, sondern eine variable Größe und ändert sich mit der jeweiligen Population, zu der man das betreffende Tier in Beziehung setzt.

Prinzipien der Zuchtwertschätzung
Die grundsätzlichen Prinzipien der Zuchtwertschätzung beruhen auf folgenden Punkten:

  • Die Leistung bei den meisten Merkmalen wird sowohl durch die genetische Veranlagung als auch durch die Umwelt geprägt. Eine wesentliche Aufgabe der Zuchtwertschätzung ist daher die Trennung der genetischen von den umweltbedingten Einflüssen. Für die Zucht sind nur genetische Effekte interessant – je besser die Trennung von Genetik und Umwelt funktioniert, umso größer ist der mögliche Zuchtfortschritt! …
Suris 1- eine antike Spurensuche - allespaka

Suris – eine antike Spurensuche

Suris – eine antike Spurensuche

Text MA Martina Wiede

Die Geschichte der Neuweltkameliden reicht über 6000 Jahre zurück und mit ihr beginnt auch die Frage nach dem Ursprung der Suris. Waren die lockigen Alpakas und Lamas bereits den Inkas bekannt oder sind sie eine moderne Zuchterfindung?

Dieser Artikel nimmt dich mit auf eine Spurensuche durch die Anden-Hochkulturen und zeigt, warum die Herkunft der Suris bis heute ein Rätsel bleibt.

In einer Zeit, als in den Bergen noch Götter wohnten, wurden die ersten Guanako- und Vikunjaherden zusammengetrieben und es begann der weite Weg vom Wild- zum Haustier.

Vor 6.000-7.000 Jahren, so beschreiben es archäologische Knochenfunde, war es dann soweit: Die Indios im Hochland der Anden hatten die ersten Alpakas und Lamas gezüchtet.

Wie die Tiere genau aussahen ist unbekannt. Vielleicht entstand ja schon bei diesen ersten Zuchtversuchen ein Suri, wahrscheinlich ist es jedoch nicht und beweisen lässt es sich anhand der archäologischen Funde erst recht nicht, denn über blanke Knochen lässt sich die Erscheinungsform der damaligen Tiere nicht rekonstruieren. Es dauerte noch einmal 3.000-4.000 Jahre bis man aufgrund von Textilfunden von einer gezielten Farb- und Faserzucht sprechen kann. Auch wenn es schwer ist, bei den Textilien zu unterscheiden, ob es sich um grobe Alpakafasern oder feinstes Lamahaar handelt, oder ob die feinsten Alpakatextilien vielleicht aus grobem Vikunjahaar gefertigt wurden, so soll es doch Surifasern in Textilien aus vorkolonialer Zeit geben.

Aus den Aufzeichnungen spanischer Chronisten weiß man, dass unter dem Regime der Inkas (13. bis 16. Jahrhundert) streng reglementierte Strategien für eine gezielte Kamelidenzucht herrschten. Dieses riesige Reich brauchte kräftige, starke Packtiere für den Warenaustausch, für den Erzabbau, es benötigte Lasttiere für seine Armeen, und die Inkas mussten innerhalb ihres Reiches die Menschen kleiden, also züchteten sie Tiere mit besonderen Faserqualitäten für die staatliche Textilproduktion…

Vorbereitung auf die Geburtssaison_Allespaka

Vorbereitung auf die Geburtssaison

geburt bei neuweltkameliden

Vorbereitung auf die Geburtssaison

Text & Fotos  Ilona Kindler

Die Geburtssaison bei Alpakas und Lamas ist aufregend, aber auch kritisch. Die ersten 6 Stunden nach der Geburt entscheiden über Leben und Tod des Fohlens, denn ohne ausreichend Kolostrum hat ein Neugeborenes kaum Überlebenschancen.

In diesem Artikel erfährst du, wie du dich optimal vorbereitest, warum Kolostrum so entscheidend ist, was in deinen Geburtskoffer gehört und wie du trächtige Stuten in den letzten Monaten richtig versorgst.

Das Frühjahr steht vor der Tür und damit beginnt für die meisten Alpaka- und Lamazüchter bald die Geburtssaison. Neuweltkameliden unterscheiden sich bei Geburt und Versorgung von Jungtieren wesentlich von anderen Tierarten. Jetzt ist die Zeit, sich gut darauf vorzubereiten.

Die Trächtigkeitsdauer bei Neuweltkameliden variiert im Durchschnitt von 335 bis 360 Tagen. Es gibt auch vereinzelt Fälle, in denen es zu Frühgeburten kommt oder die Trächtigkeit länger als ein Jahr dauert. Deshalb ist es sehr wichtig, den Deckverlauf schriftlich festzuhalten.

Die ungeborenen Fohlen wachsen in den letzten drei Monaten der Trächtigkeit am schnellsten. Durch regelmäßiges Wiegen kann eine Trächtigkeit sicher festgestellt werden. Die Stuten brauchen in dieser Zeit besondere Beachtung. Man kann körperliche Veränderungen feststellen, eine Vergrößerung des Bauches aufgrund des wachsenden Fohlens im Mutterleib bemerken – möglicherweise kann man Bewegungen durch die Bauchdecke und gelegentlich unter dem Schwanz sehen.

Praktisch ist es, wenn man die trächtigen Stuten vom Rest der Herde in ein Geburtspaddock separiert. Das ist natürlich nur bei großen Gruppen sinnvoll. Trächtige Stuten müssen mit einem eiweißreicheren Futter versorgt werden. Gut geeignet sind Heu vom 2. Schnitt und Luzerne. Die Stuten sollten mit einem Bodyscore 4 in die Geburtssaison gehen. Jetzt sollten auch Kotproben entnommen und notwendige Behandlungen mit dem Tierarzt durchgeführt werden. Auch eine Impfung gegen Clostridien, zwei Monate vor der Geburt, schützt die ungeborenen Fohlen vor Infektionen, die meist tödlich enden. 

Eine gesunde und gut versorgte Stute wird auch ein gesundes Fohlen bekommen. Oft werde ich gefragt, ob man trächtige Stuten scheren darf. Scheren bedeutet natürlich Stress. Aber durch ein gutes Management beim Scheren ist es nur ein kurzer Stress von 15-20 Minuten. Hitze bedeutet für eine trächtige Stute im vollen Vlies Dauerstress. Deshalb lautet meine Antwort: …