Gesundheit

Endo- und Ektoparasiten bei Neuweltkameliden und ihre Bekämpfung

Von den Ektoparasiten spielen vor allem Räudemilben bei Neuweltkameliden eine Rolle. Gelegentlich tritt auch ein Haarlingsbefall auf.

Text & Foto R. Schmäschke, Institut für Parasitologie, Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig

Ektoparasiten
Von den Ektoparasiten spielen vor allem Räudemilben bei Neuweltkameliden eine Rolle. Gelegentlich tritt auch ein Haarlingsbefall auf. Über den meist symptomlosen Befall mit Haarbalgmilben, Demodex sp. (25, 36), sowie mit Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis), der sich besonders im Maulbereich und im Interdigitalspalt manifestiert und zu starkem Juckreiz führt, liegen einzelne Fallberichte im Schrifttum vor (36). Ebenso wird über eine gelegentliche starke Belästigung mit Kriebelmücken (Simuliidae) berichtet. Hier waren besonders die Ohrinnenseite, Bauchunterseite und das Präputium von den Stichwirkungen betroffen (36). Läusebefall scheint momentan in Deutschland noch keine große Rolle zu spielen.

Räude (Sarcoptes, Chorioptes, Psoroptes)
Erreger
Als Räude wird ein durch Milben verursachtes, von Juckreiz be- gleitetes Krankheitsbild der Haut bezeichnet. Bei den Neuweltka- meliden sind drei verschiedene Räudeformen bekannt (Fußräude, Ohrräude, Körperräude), die durch unterschiedliche Räudemil- benarten verursacht werden:

  • • Nagemilbe (Chorioptes bovis)
  • • Saugmilbe (Psoroptes sp., auch als Psoroptes aucheniae bezeichnet)
  • • Grabmilbe (Sarcoptes scabiei var. aucheniae)

Gegenwärtig wird von nur einer Grabmilbenart ausgegangen, von der auf den verschiedenen Wirtstierarten entsprechende Varietäten existieren.

Lebenszyklus und Epidemiologie
Räubemilben zählen zu den stationär-permanenten Ektoparasiten,
d. h. sie verbringen ihren gesamten Entwicklungszyklus auf dem Wirtstier. Aus den abgelegten Eiern schlüpfen die sechsbeinigen Larven, es folgen zwei achtbeinige Nymphenstadien (Protonymphe,
Tritonymphe) und schließlich die geschlechtsreifen Männchen und Weibchen. Der gesamte Lebenszyklus dauert, in Abhängigkeit von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wirtstierdisposition, ca. 2–3 Wochen. Während die Nage- und Saugmilben auf der Hautoberfläche leben, die oberen Hautschichten annagen, sich von Hautschuppen und Entzündungsprodukten ernähren bzw. mit den spitzen Mundwerkzeugen die Haut anstechen und Lymphflüssigkeit aufnehmen, dringen die Grabmilben in die oberen Hautschichten ein, legen dort Bohrgänge an und ernähren sich von Gewebsflüssigkeit.

Die Verbreitung der Räudemilben erfolgt über direkten Kontakt oder gelegentlich auch …

… weiter lesen können Sie in der ALLESPAKA Ausgabe No. 24

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