Das Alpaka-Magazin für Zucht und Haltung

Unser Alpaka bekommt eine Zahnprothese

Text Verena spindler

Vor vielen Jahren sagte mir einmal jemand: „Wenn Du das Normale bei Deinen Tieren im Griff hast, heißt das nicht, dass sie nichts mehr bekommen – aber es wird exotischer.“ Dieser Satz hat sich in unserer mittlerweile über 20-jährigen Alpakahaltung immer wieder bewahrheitet.

Der Schock war groß …als unsere vielversprechende Jungstute bei ihrem ersten Showauftritt nach hinten gesetzt wurde – mit der Begründung, dass die Zähne nicht korrekt stehen.

Zu Hause wollten wir die vermeintliche Fehlstellung genauer beurteilen und gegebenenfalls korrigieren. Dabei stellten wir jedoch schnell fest, dass sich die zunächst vermutete Zahnfehlstellung gar nicht bestätigte. Stattdessen zeigte sich ein ganz anderes Problem: Die betroffenen Schneidezähne waren deutlich gelockert und schienen traumatisch geschädigt. Es wirkte, als hätte sich die Stute diese teilweise herausgebrochen.

Zusätzlich waren seitlich im Zahnfleisch sowie im Übergangsbereich zwischen Zahn und Gingiva tiefe Einrisse sichtbar. In diesen Bereichen zeigten sich außerdem entzündliche Veränderungen.

Interessanterweise war die Jungstute klinisch zu keinem Zeitpunkt auffällig gewesen. Sie zeigte keinerlei Probleme bei der Futteraufnahme, fraß völlig normal und auch ihre Gewichtsentwicklung verlief konstant. Mit gerade einmal sieben Monaten hatte sie bereits deutlich die 40-kg-Marke überschritten.

Trotzdem war natürlich klar: So konnte es nicht bleiben. Warum wir uns gegen eine Extraktion entschieden …

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