Das Alpaka-Magazin für Zucht und Haltung

geburt bei neuweltkameliden

Vorbereitung auf die Geburtssaison

Text & Fotos  Ilona Kindler

Die Geburtssaison bei Alpakas und Lamas ist aufregend, aber auch kritisch. Die ersten 6 Stunden nach der Geburt entscheiden über Leben und Tod des Fohlens, denn ohne ausreichend Kolostrum hat ein Neugeborenes kaum Überlebenschancen.

In diesem Artikel erfährst du, wie du dich optimal vorbereitest, warum Kolostrum so entscheidend ist, was in deinen Geburtskoffer gehört und wie du trächtige Stuten in den letzten Monaten richtig versorgst.

Das Frühjahr steht vor der Tür und damit beginnt für die meisten Alpaka- und Lamazüchter bald die Geburtssaison. Neuweltkameliden unterscheiden sich bei Geburt und Versorgung von Jungtieren wesentlich von anderen Tierarten. Jetzt ist die Zeit, sich gut darauf vorzubereiten.

Die Trächtigkeitsdauer bei Neuweltkameliden variiert im Durchschnitt von 335 bis 360 Tagen. Es gibt auch vereinzelt Fälle, in denen es zu Frühgeburten kommt oder die Trächtigkeit länger als ein Jahr dauert. Deshalb ist es sehr wichtig, den Deckverlauf schriftlich festzuhalten.

Die ungeborenen Fohlen wachsen in den letzten drei Monaten der Trächtigkeit am schnellsten. Durch regelmäßiges Wiegen kann eine Trächtigkeit sicher festgestellt werden. Die Stuten brauchen in dieser Zeit besondere Beachtung. Man kann körperliche Veränderungen feststellen, eine Vergrößerung des Bauches aufgrund des wachsenden Fohlens im Mutterleib bemerken – möglicherweise kann man Bewegungen durch die Bauchdecke und gelegentlich unter dem Schwanz sehen.

Praktisch ist es, wenn man die trächtigen Stuten vom Rest der Herde in ein Geburtspaddock separiert. Das ist natürlich nur bei großen Gruppen sinnvoll. Trächtige Stuten müssen mit einem eiweißreicheren Futter versorgt werden. Gut geeignet sind Heu vom 2. Schnitt und Luzerne. Die Stuten sollten mit einem Bodyscore 4 in die Geburtssaison gehen. Jetzt sollten auch Kotproben entnommen und notwendige Behandlungen mit dem Tierarzt durchgeführt werden. Auch eine Impfung gegen Clostridien, zwei Monate vor der Geburt, schützt die ungeborenen Fohlen vor Infektionen, die meist tödlich enden. 

Eine gesunde und gut versorgte Stute wird auch ein gesundes Fohlen bekommen. Oft werde ich gefragt, ob man trächtige Stuten scheren darf. Scheren bedeutet natürlich Stress. Aber durch ein gutes Management beim Scheren ist es nur ein kurzer Stress von 15-20 Minuten. Hitze bedeutet für eine trächtige Stute im vollen Vlies Dauerstress. Deshalb lautet meine Antwort: …

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